Formel 1 Feeling on the road: Ferrari 499 GTB Fiorano im Test

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Der von Pininfarina entworfene Ferrari 599 GTB Fiorano hat die Qualitäten einer Skulptur und den Preis: ab 242.000 Euro. Foto: djd/Interpress/Ferrari

Schon sein langer Name weist auf Tradition, jede Menge Leistung und Gene aus der Welt des Motorsports hin. Doch der hautnahe Kontakt mit dem elegant gezeichneten Zweisitzer ist im Autotest noch beeindruckender. Auf der hauseigenen Teststrecke Fiorano entwickelt Ferrari seine Renn- und Straßenwagen, GTB steht für „Gran Turismo Berlinetta“ (zur Erinnerung an einige der beliebtesten Ferrari-Berlinetten vergangener Tage), die Zahl 599 weist auf den Hubraum des Zwölfzylinders hin – geteilt durch zehn…

Von Null bis 200 km/h in 11 Sekunden
Ein Druck auf den Starterknopf entfacht das Feuer. Der V12 klingt dominant, aber nicht nervig. Unter 3.000 Touren ist er höchst unwillig (im Vergleich zu dem was später passiert), ab 3.500 wird er richtig munter und ab 4.000 phänomenal. Der Vorwärtsdrang in Stellung „rechter Fuß ganz unten“ ist schier grenzenlos, atemberaubend, nichts für Ängstliche. Dies gilt ebenfalls für den Verbrauch. Unter 25 Liter Super verbraucht man selten. Das üppige Tankvolumen (105 Liter) garantiert jedoch längere Abstände bei den Tankstopps.
Der 620 PS starke Sechsliter-V12 stammt vom Extrem-Renner Enzo. Damit beschleunigt der 599er in 3,6 Sekunden auf 100, überspringt in sensationellen elf Sekunden 200 und hört erst bei 332 km/h auf schneller zu werden. Unglaublich leicht überspringt die rote Tachonadel auf leerer, dreispuriger Autobahn die 300er Marke. Ebenso brutal und sicher geht’s natürlich auch andersherum, daran denkt man dann noch wochenlang.


Fast so wie in der Formel-1: Hinter diesem Lenkrad darf man sich wie in der Königsklasse des Motorsports fühlen. Foto: djd/Interpress/Ferrari

Perfekt Schalten wie Kimi und Felipe
Wer so einen Renner aus Maranello fährt (ab 242.000 Euro), sollte auch den Spaß von Felipe Massa und Kimi Räikkönen beim Gangwechsel genießen – mit der F1-Schaltung. Das 7.000 Euro teure Extra erledigt alles mit aufwändiger Technik in 100 Millisekunden. Geübte Handschalter benötigen dafür mindestens die dreifache Zeit. Im oftmals stressigen Stadtverkehr und bei allen Staus erfreut einen zudem der ebenfalls vorhandene Automatikmodus. Die Lenkung ist grandios präzise, sie könnte allerdings ruhig einen Tuck leichtgängiger sein. Per Drehknopf rechts am Lenkrad lassen sich Motor-Ansprechverhalten, Fahrwerkabstimmung, Stabilitätsprogramm sowie Schaltzeiten individuell einstellen. Vor allem in Position „Sport“ und „Race“ dürfen sich Verwegene auf abgesperrter Rennstrecke richtig quertoben.

Er klebt nahezu auf der Straße
Der Grip, den der Wagen in Kurven aufbaut, ist schier unfassbar, das exzellente Einlenkverhalten und die Spurtreue bei extrem hohen Geschwindigkeiten ebenso. Scheinbar kleben die breiten Räder auf der Straße. Dahinter steckt auch die Formel-1-erprobte Traktionskontrolle F1-Trac. Der Computer kontrolliert permanent die Drehzahlen aller Räder, verhindert z.B. gefährliches Ausbrechen bei schnellen Kurvenfahrten. Gleiches gilt für das adaptive Fahrwerk. Es reagiert blitzschnell auf alle Veränderungen durch eine nahezu perfekte Abstimmung.
Natürlich wurde der 599er straff gefedert, doch unkomfortabel wirkt er nicht. Mit ihm ist man überraschend relaxt selbst auf langen Strecken unterwegs – auch wegen der Sitze, die wie maßgeschneidert passen. Groß gewachsene Fahrer (über 1,80 m) sitzen jedoch oft nicht ideal, nach oben ist dann kaum noch freier Platz.

Fazit – Gute und schlechte Nachrichten
Die gute Nachricht
Die Mischung aus Renntalent und Alltagsgefährt fasziniert ungemein. Dieser 599er ist ein echtes Meisterwerk, das glücklicherweise nicht nur für Rennfahrer gebaut wurde.
Die schlechte Nachricht
Man/frau muss zwar kein Rennfahrer sein, um diesen Sportwagen zu bewegen, jedoch eine ausreichend flexible Geldbörse besitzen, denn der Ferrari kostet ab 242.000 Euro aufwärts.

Unser Testurteil

Das gefiel besonders:
+ umwerfende Optik innen wie außen
+ Motor-Drehmomentverhalten
+ Garantieleistungen (3 Jahre)
+ erstaunlich leichte Handhabung
+ atemberaubende F1-Schaltung

Verbesserungsbedürftig:
– Platzangebot für große Fahrer
– Ablagen

(we)

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Über Autofreak

Autodino-Ralf liebt alles was motorisiert fährt. Seit 51 Jahren. Egal, ob auf zwei oder vier Rädern.
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