Mille Miglia 2012 – Fiat Präsident John Elkann startet im Achtzylinder-Coupé 8V
Fiat Topolino “Röntgenfoto” für sozialen Zweck auf der berühmtesten Oldtimer-Rallye Mille Miglia
Die „Mille Miglia” ist der Heilige Gral der Oldtimer-Szene. Ein Fahrzeug, das bei der berühmtesten Klassikrallye der Welt am Start war, ist für ewig geadelt. Da ist es nur konsequent, dass die Lebenshilfe Gießen bei der bevorstehenden „Mille” (17. bis 19. Mai 2012) einen Fiat 500 „Topolino” ins Rennen schickt, der anschließend bei einer Spendenaktion für soziale Zwecke verlost wird und natürlich eine möglichst hohe Summe für die Unterstützung behinderter Menschen erzielen soll. Als Förderer im Dienst der guten Sache ist auch die Fiat Group Automobiles Germany AG mit an Bord, die 2012 ihren 90. Geburtstag feiert.
Bei der „Mille Miglia” starteten in den 1920er bis 1950er Jahren alle großen Werksteams mit den besten Piloten ihrer jeweiligen Epoche. In die Siegerlisten trugen sich Stars wie Tazio Nuvolari, Alberto Ascari und Piero Tarufi ein. Sie fuhren ursprünglich ohne Pause über rund 1.600 Kilometer (rund 1.000 Meilen) vom norditalienischen Brescia nach Rom und zurück – mit Rennern, die eigens für diese Tour entwickelt wurden. Wer siegen wollte, war mit einem nur notdürftig für den Straßenverkehr umgebauten Grand-Prix-Boliden gut bedient. Privatfahrer griffen gerne zum Fiat 500, der liebevoll „Mäuschen” (italienisch: Topolino) genannt wurde. Sie wagten sich mit nur 13 PS Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 87 km/h in das Abenteuer „Mille Miglia”.
1957 fand die zuletzt sogar zur offiziellen Langstrecken-Weltmeisterschaft gewertete „Mille Miglia” zum letzten Mal als reguläres Rennen statt. Erst 1977 wurde sie dann als Oldtimer-Rallye wiederbelebt. Für die jährlich rund 350 Teilnehmer – bei der dreifachen Anzahl von Bewerbungen – geht es seither nicht mehr um Geschwindigkeit, sondern um Präzision. Die sportliche Entscheidung fällt auf Gleichmäßigkeits-Prüfungen, bei denen exaktes Fahren auf die Hundertstelsekunde verlangt wird.
Unter diesen Voraussetzungen hat der aus dem Baujahr 1947 stammende Fiat 500 „Topolino” der Lebenshilfe Gießen die gleichen Siegchancen wie ein 25 Mal so starker Ferrari. Pilotiert wird das in zeitgenössischem Weinrot lackierte „Mäuschen” von Reinhard Schade, dem Initiator der alljährlichen Oldtimer-Spendenaktion der Lebenshilfe Gießen. Die eigentlich schwierigere Aufgabe an Bord, nämlich die des Beifahrers, übernimmt Robert Faber, der Gewinner eines von der Fachzeitschrift Auto Bild Klassik durchgeführten Preisausschreibens.
Schade und Copilot Faber treffen bei der „Mille” auf eine ganze Reihe prominenter Gegner, von Rowan „Mr. Bean” Atkinson bis zu Fernsehkoch Johann Lafer. Am Start steht auch Fiat Präsident John Elkann, der einen Fiat 8V pilotiert. Dieses legendäre, zwischen 1952 und 1954 nur 114 Mal gebaute Coupé wird von einem V-Achtzylindermotor mit zwei Litern Hubraum angetrieben. Als erster Fiat verfügte das Modell 8V über Einzelradaufhängung an Vorder- und Hinterachse. Auf dem Turiner Autosalon von 1954 präsentierte Fiat einen Prototypen mit Kunststoff-Karosserie. Exakt diesen einzigartigen Fiat 8V bringt John Elkann bei der „Mille Miglia 2012″ an den Start.



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