Dauer-Test-Tagebuch Triumph Tiger Sport 2016

Test und Erfahrungsbericht der neuen Triumph Tiger Sport 2016

Triumph Tiger Sport 2016Vor einigen Tagen war es soweit. Die ersten Test Kilometer mit meiner neuen (knapp 1 Jahr alten) Triumph Tiger Sport 2016 standen an. Das Motorrad löst den 2009er Tiger im Autodino/Motodino-Stall ab. Die Vorgängerin – eine 1050 ABS Tiger, fuhr ich über viele Jahre glücklich und zufrieden – so gern, dass ich sogar das große Update mit dem Tiger Sport im Modelljahr 2013 auslies.

Das englische Motorrad hat einen überaus feinen Triple (Dreizylinder), mit dem man touristisch über viele Kilometer unterwegs sein kann, der aber auch gerne auf der Hausstrecke einmal die Sau raus- und seinem Jagdtrieb nach Amateur-Rossis auf Sportmotorrädern freien Lauf lässt.

Mit dem Modelljahr 2016 hat Triumph die Tiger weiter perfektioniert. Sie ist und bleibt aber weiterhin für mich das Schweizer Messer des Motorradbaus, zu einem angemessenen Preis. Sofern man das bei 13.500.-€ UVP (neu) sagen kann.

Wer gerne Motorradtouren unternimmt, auch gerne zu zweit oder allein auf die sportliche Art, der muss die Tiger Sport einmal Test-fahren

Meine Begeisterung für dieses Modell lässt sich auch daran ablesen, dass ich sie bei einem Händler in Dresden bestellt und gekauft habe, ohne sie live gesehen, geschweige denn Probe gefahren zu haben. Der Preis passte einfach, das original Triumph Koffersystem war inklu.

Triumph Tiger Sport 2016Meine Tiger Sport wurde während des „herrlichen“ Winter-Orkans Egon in einem Transporter geliefert. Ich hatte mir zuvor für knapp 50.-€ eine schwere, wetterfeste Abdeckplane gekauft und glaubte, damit dem Sturm trotzen und den Tiger schützen zu können. Wie man auf dem Foto sieht, war das ein Irrglaube. Der sibirische Tiger ist noch nicht ausgestorben – gut so!

Die Tiger Sport 2016 in diesem Dauertest – der übrigens für unbestimmte Zeit fortgeführt, erneuert und immer wieder ergänzt wird – hat 126PS. Leistung ist immer ausreichend da. Fast wie ein Elektromotor liefert der Triumph Dreizylinder ab.

Das kehlige Röhren beim ersten Anlassen begeistert. Leider wird es leiser mit Warmwerden des Motors

Der neue Tiger sieht noch wertiger aus als die Modelle zuvor. Daran hat auch der Endschalldämpfer aus gebürstetem Edelstahl seinen Anteil. Aber auch die Schrauben, wie sie fein am Motor gesetzt sind, das Triumph Logo in der Sitzbank – alles wirkt harmonisch und nicht billig hingefuddelt. Die Verarbeitung am Motorrad ist astrein.

Leicht ist die Triumph Tiger Sport mit 241 Kilogramm nicht und so viel sei bereits verraten – es ist bislang das einzige Manko, was ich diesem Motorrad vorwerfen kann. Nein halt. Der Home-Button gehört an den Lenker und nicht ins Cockpit. Doch dazu später mehr.

Die Test-Tiger hat nun drei Fahrprogramme „Rain, Sport und Road“. Bei meinen ersten Testfahrten bin ich bislang nur im „Road-Modus“ gefahren. Das „Ride-by-wire“ System ist einfach nur geil. Zur Anti-Hopping-Kupplung komme ich noch im Verlaufe des Tests. Auch die Traktions- und Wheelie-Kontrolle müssen sich in einem ersten Test noch beweisen.

Bei meiner ersten Ausfahrt lag der Spritverbrauch der neuen Tiger Sport bei 5 Litern. Ein guter Wert. Auch dem Vorgänger gegenüber (6.5 Liter).

Mein Tiger soll einen richtigen Ständer haben – dann klappt’s auch mit dem Einfetten der Kette!

Triumph Tiger Sport 2016Doch bevors es ans Fahren geht und wir zum eigentlichen Test des Motorrads kommen, wird ein wenig gebastelt. Ein Motorrad mit Kette benötigt einen Mittelständer. Das ist zumindest meine Meinung. Serienmäßig spart Triumph daran.

Klar. 250.-€ kostet der Hauptständer für die Tiger als Original Zubehörteil. Das streicht man als Hersteller/Verkäufer gerne zusätzlich ein.

Zwar gibt es auch günstigere Hauptständer für die Tiger im Zubehörmarkt, die sehen aber auch entsprechend fragil aus. Zum Hauptständer mitgeliefert werden diverse Kleinteile und ein Beutel Fett. Die Montage dauert maximal eine halbe Stunde und kann auch von ungeübten „Schrauber-Anfängern“ erledigt werden.

Ich habe bereits erwähnt, dass die Tiger Sport eine „Allzweck-Waffe“ ist. Doch direkt neben dem Tiger-Gehege tummeln sich natürlich weitere Spezies, die sich auch aufs sportliche Touren verstehen. Da wären z.B. die Yamaha Tracer 09, Kawa Versys 1000, Hondas Crosstourer und die Suzuki V-Strom 1000. Die Ducati Multistrada und die BMW S1000XR lassen wir alleine aus Preisgründen einmal außen vor.

Endlich – die erste Ausfahrt. Bei 4 Grad und Kilometer-Stand 2.600

Die Zeremonie des Anlassens. Zündschlüssel rumdrehen, der rote Zeiger des Drehzahlmessers schlägt bis zum Anschlag aus, diverse Lämpchen gehen an und ich drücke den Anlasser Knopf. Kann nicht so lange warten, bis der Zeiger zurück kommt. Muss man ja auch nicht.

Was für ein Sound. Was für ein dreckiges Röcheln. Das macht an! Kein Vergleich zum Vorgängermodell. Ich kann mich nicht zurückhalten. Ich muss einfach mal am Gasgriff drehen. Oh wie leicht der dreht. Der Griff, nicht der Triple – der ist noch kalt. Aber der neue Griff – wie Butter. Da wird das Rasieren auf der Bahn doppelt Freude bereiten. Die Kupplung soll ja auch 40 Prozent leichter gehen. Schaun‘ wir mal. Aufsitzen. Endlich!

Triumph Tiger Sport 2016 FahrtWow. Ich komme mit den Füßen auf den Boden. Komplett! Ein tolles Gefühl. Vermittelt gleich mehr Sicherheit. Das ging bei der Tiger 1050 ABS nur mit voller Koffer-Beladung und der besten Sozia von allen hinten drauf.

Klack der erste Gang ist drin. Das hört man und das Rucken fühlt man. Beim Ersten hat sich also nichts geändert. Aber danach. Zweiter, Dritter, Vierter. Butterweich lässt sich das geänderte Getriebe der neuen Tiger Sport 2016 schalten. Das betrifft sowohl das Hoch- als auch das Herunterschalten. Herrlich!

Die Scheibe der neuen Tiger Sport lässt sich nun vierfach verstellen. Ohne Werkzeug. Das geht theoretisch während der Fahrt, ich teste das im Stand. Wie es scheint, müsste ich genau 2 Zentimeter größer sein. Mit meinen 173cm hängt mein Helm bei komplett herunter gelassener Scheibe scheinbar genau in der Wind-Abrißkante. Das ist ein wenig laut. Geht aber durchaus noch.

Interessant wird es, die Geräuschkulisse der Windschutzscheibe im Soziusbetrieb zu testen. Hier könnte das Hochfahren des Screens für weniger Turbolenzen und Lautstärke am Helm sorgen. Im Solobetrieb lebt sich’s für mich aber mit Windschutzscheibe in unterster Stellung am besten – wie gesagt.

Beim Rollen durch den Ort fällt mir auf, dass mir nichts auffällt. Das Konstantfahrruckeln (KfR) ist endlich Schnee von gestern. Einmal kurz abbiegen. Dafür muss die Blinkertaste nur ein Mal bewegt werden. Dem automatischen Blinker, der sich nach einigen Metern selbständig abschaltet, sei Dank. Nettes Feature. Liebe ich schon beim Auto!

Gepäcktraeger Triumph Tiger Sport 2016Gerade habe ich den Zubehör-Gepäckträger von SW-Motech für meine Tiger Sport 2016 erhalten. Er sieht sehr wertig aus, kostete 144.-€ und passt auch für das Tiger Modell ab 2013. Wer also Interesse hat…

Darauf kommt dieses Mal kein Topcase mehr. Ich kann die Dinger einfach auf meinem Motorrad nicht mehr sehen. Aber der kleine Gepäckträger reicht für meine ebenfalls neue Hecktasche mit 22 Liter oder für die (ebenfalls neue) Trekking-Rollentasche mit 30 Liter Inhalt.

Das Garmin Zumo 345LM ist auch schon am neuen Tiger montiert. Strom habe ich mir dieses Mal über die Hupe geholt. Die Masse am Rahmen. Bilder und Montagetipps demnächst.

Das erste Mal mit Sozia unterwegs – 350 Kilometer Test bei Motorrad Tour durch den Odenwald

Das Wetter am Samstag war mal ganz okay und so ging es auf Tour durch Hessen in Richtung Odenwald. Besonderheit: wir waren das erste Mal zu zweit auf der neuen Triumph Tiger unterwegs. Zu diesem Zweck habe ich die Dämpfung hinten ein wenig härter eingestellt.

Zwar nicht wie von Triumph fürs Fahren zu zweit empfohlen, aber dennoch eben härter als für Einzelfahren. Schon auf den ersten Kilometern und den gespannt erwarteten Kurven im Odenwald konnte ich feststellen, dass ich mit diesem Motorrad alles richtig gemacht habe. Die Federung ist einfach perfekt. Kein schwammiges Nachschaukeln mehr wie bei meiner ersten Tiger 1050ABS – einfach perfekt und nicht zu hart. Das merkte sogar meine Sozia bei der ersten Kaffeepause unserer Motorradtour an.

Die 11PS mehr zu meinem Vorgänger sind überaus deutlich spürbar. Gerade wenn man zu zweit unterwegs ist. Mühelos schraubt sich der Triple nach oben. Lässig schüttelt er die Leistung ab.

Das Konstantfahrruckeln gehört tatsächlich der Vergangenheit an, nur auf der Autobahn bin ich mit dem Windschutz nicht so ganz zufrieden. Da zerrt es doch ab 140km/h ganz schön am Helm. Natürlich habe ich alle Stellungen der Scheibe getestet. Von ganz unten bis ganz oben.

Womit ich 100% zufrieden bin – erstmals bei einem Motorrad überhaupt – ist die Sitzbank. Wir waren auf dieser ersten Ausfahrt immerhin sechs Stunden unterwegs (5 davon im Sattel) und haben beide keinerlei Klagen, den Komfort der Original Sitzbank betreffend. Hier empfand ich sogar meine Zubehör-Tourensitzbank von Kahedo auf dem Vorgänger-Bike als unbequemer.

Wie gesagt – keinerlei Popo-Probleme mit der Original Sitzbank der Tiger. Ausgezeichnet!

Triumph Tiger Sport Topcase 2016In Punkto Hecktasche bzw. Topcase muss ich mich leider revidieren. Die Zubehörtaschen bekomme ich nicht ordentlich auf dem SW-Motech Gepäckträger befestigt und habe sie daher wieder zurück gegeben.

Bestellt habe ich nun eine Alu TraX Topbox für den Tiger Sport 2016. Mit 38 Liter Fassungsvermögen nicht so groß, dafür aber auch nicht so auffällig wie mein altes 45 Liter Givi Topcase. Dazu noch die nötige Adapterplatte und der Bequemlichkeit wegen eine Innentasche für die Topbox. Ich werde in Wort und Bild darüber berichten, sobald die Teile hier eintreffen.

Gespannt bin ich jetzt schon auf unsere Ost-Motorradtour im August. Hier darf sich der Tiger auf 1.800 Kilometern u.a. durch Tschechien bewähren. Mit Sozia, Koffern und Topcase. Das wird ein Spass…

Tank Triumph Tiger Sport AufkleberHabe meiner Tiger gerade einen Union Jack der ganz besonderen Art gegönnt. Ein Alu-Dekor für den Tankverschluss. Ich finde es sehr passend gerade zur „Alu-Quicksilver-Farbe“ des Tanks.

 

(Fotos: Autodino/Triumph)

 

…demnächst mehr…

 

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2 Antworten auf Dauer-Test-Tagebuch Triumph Tiger Sport 2016

  1. Rainer meint:

    Warum hast du dir Strom nicht direkt an der Batterie geholt fürs Navi?

    • Autofreak meint:

      Hallo Rainer,

      zwei Gründe:

        1) der kürzere Weg ist immer der Bessere. Von der Hupe zum Navi kürzer als von der Batterie
        2) das habe ich ein Mal gemacht. 3 Tage später war die Batterie leer. Das Navikabel (Widerstände darin) ziehen immer Strom. Auch wenn das Navi und Motorrad aus ist. Resultat nach einer gewissen Zeit: Batterie leer!

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