Tipps Wohnmobil-Kauf oder Miete

Welches Wohnmobil ist das Richtige?

Vor dem Kauf – egal ob gebrauchtes Wohnmobil oder neuer Caravan, sollte man für sich ein paar Fragen beantworten?! Wie viele Personen fahren mit und sollen sich darin wohlfühlen? Ist man bereit, gewisse Unannehmlichkeiten (Eure Betten müsst Ihr selber machen und dabei auch Mal den Kopf einziehen) in Kauf zu nehmen oder will man den totalen Luxus auch unterwegs?

Solo als Single oder als Pärchen unterwegs? Kastenwagen!
Ihr kennt noch die alten Hippie VW Busse, umgebaut mit Matratze und Bierkästen zum Tisch umfunktioniert?! Nun, solche Gefährte nennt man auch Kastenwagen. Bekannt sind heute neben den VW Bussen/Bullies auch die diversen Sprinter-Modelle. Und so wie in der guten, alten Hippie-Zeit, eignen sich diese Fahrzeuge auch heute für Singles oder Pärchen mit eher geringen Platzansprüchen. Vorteil: So ein Bussi kann auch als “Alltagsauto” herhalten.
Familie? Alkoven!
Über das Alkoven Wohnmobil hatten wie ja bereits im Preisbeispiel gesprochen. Es ist besonders beliebt bei Familien und bietet ausreichend Stauraum und Platz für allerlei Gepäck und Spielzeug. Auch die Sportausrüstung kommt bequem unter (sofern man die max. Zuladung beachtet!). Vorteil: über der Fahrerkabine gibt’s ein festes Bett.

Hoher Wohnwert erwünscht? Teilintegriertes Wohnmobil!
Dieser Wohnmobiltyp (auch Teilintegrierter genannt)  besitzt einen kleineren Alkoven über dem Fahrerhaus, der nur dazu dient, im Fahrerhaus Stehhöhe zu haben. Durch Drehen der Fahrersitze können diese dann mit einem dahinter angeordneten Tisch mit Sitzbank (Halbdinette) zu einer Sitzgruppe kombiniert werden. [wikipedia]

Maximaler Luxus gewünscht und flexible Geldbörse vorhanden? Vollintegriertes Wohnmobil!
Die Vollintegrierten, auch Königsklasse genannt, werden auf Fahrgestellen ohne Fahrerhaus aufgebaut, den sogenannten Windlauffahrgestellen. Bei diesen fehlt die Außenhaut des Fahrerhauses. Nur die Spritzwand mit dem Armaturenbrett und den Radhäusern bildet eine Einheit zur Aufnahme aller zum Fahren notwendiger Aggregate wie Motor, Getriebe, Lenkung, Fahrersitz usw. Vom Wohnmobilhersteller muss dadurch in Kleinserie eine komplette isolierte Frontmaske mit Windschutzscheibe, Scheinwerfern, Scheibengebläse, Scheibenwischer etc. hergestellt werden. Dafür bieten die Vollintegrierten einen vollwertigen Wohnraum „aus einem Guss“. Ähnlich wie beim Teilintegrierten müssen die Frontscheiben durch Rollos oder Matten zusätzlich gedämmt werden, da diese aus sicherheitstechnischen Gründen nicht aus den leicht verkratzenden Isolier-Kunststoffgläsern wie die restlichen Wohnmobilfenster gefertigt werden können. Vorteil: der maximale Wohnwert, nachteilig sind die deutlich höheren Kosten, die auch daraus resultieren, dass die Wartung des Motors (schlechtere Zugänglichkeit) und der Fahrerhauskomponenten (Kleinserie) teurer ist als bei den konventionellen Fahrzeugen. [wikipedia]

Tipps zum Gebrauchtkauf eines Reisemobils

  • in der Nebensaison kaufen
  • nach Möglichkeit “Kenner” mitnehmen zum Kauf, wie beim Autokauf so viel wie möglich testen, prüfen
  • Anleitungen, Anweisungen zu den eingebauten Geräten geben lassen. Achtung: Liegt eine Gasprüfbescheinigung vor?!
  • wie beim Autokauf: Unfallfreiheit schriftlich bestätigen lassen!
  • Toilette, Nasszelle auf Funktion prüfen
  • elektrische Geräte alle in Ordnung?
  • Heizung und Warmwasserfunktion testen, auch bei laufendem Motor
  • Kühlschrank, Wasserpumpe in Ordnung?
  • Dichtungen (Fenster, Dach) prüfen
  • Scharniere im Innenraum prüfen
  • Dach besteigen und auf Schäden (Hagel) überprüfen
  • Unterboden in Ordnung?
  • welche Schadstoffklasse hat das Wohnmobil? Achtung: ein altes Fahrzeug mit schlechter Schadstoffklasse bekommt evtl. nur die rote Plakette. Das bedeutet in manchen Städten: “Ihr müsst leider mit Eurem Wohnmobil draußen bleiben!”
  • der Händler MUSS Garantie geben, der Privatverkäufer nicht!

Tipps zum Mieten des Wohnmobils

Bevor Ihr ein Wohnmobil mietet, erkundigt euch über den Vermieter im Netz. Mietet lieber vom Händler als von Privat. Welche Leistungen und was steht genau im Mietvertrag. Welchen Selbstbehalt habt Ihr im Schadensfalle zu tragen? Seid Ihr damit einverstanden, dass Euch evtl. eine Insassenunfallversicherung “aufgebrummt” wird, oder möchtet Ihr dies als Bestandteil des Wohnmobil-Mietvertrages haben? Haftpflicht, Teilkasko alles roger? Na dann kanns ja an die Checkliste gehen:

  • Ausstattung vollzählig und funktionsfähig
  • Anleitungen für die Elektrogeräte vorhanden?
  • Euch wurden wichtige Sachverhalte, Besonderheiten im Umgang mit dem Wohnmobil erläutert?
  • werden Reisen in bestimmte Länder im Vertrag untersagt?
  • muss der Wagen vollgetankt abgeliefert werden? Welchen Kraftstoff tanken?
  • Gibt es eine Kilometerpauschale, wie viele Kilometer kosten was extra?
  • Sondertarife möglich?
  • wie hoch ist die Servicepauschale (Endreinigung)? Ca. 100.- Euro sind okay!
  • den Wassertank (Frischwasser) solltet Ihr selbst durchspülen und checken (Restwasser, Desinfektionsmittel!)
  • Unklarheiten am Fahrzeug und im Mietvertrag SOFORT ansprechen und ausräumen (schriftlich mit Zeugen)

 

Alles klar, keine Probleme? Gute Reise!!!

(Foto:© B. Wylezich – Fotolia.com)