Driven: Audi RS 3 Competition Limited

Audi RS 3 Competition Limited

Audi RS 3 Competition Limited

Audi RS 3 Competition Limited – Der letzte Fünfzylinder macht das Licht aus

Manchmal wirkt es, als würde Audi sagen: „Wenn wir schon gehen müssen, dann wenigstens mit einem lauten Knall.“ Und genau das tut der RS 3 Competition Limited – ein Kompaktwagen, der so tut, als wäre er der letzte Rockstar vor der Elektrowende. Fünf Zylinder, 50 Jahre Geschichte und ein Sound, der selbst Nachbarn mit Bose-Anlage neidisch macht.

Ein halbes Jahrhundert Krachkultur

1976 begann alles im Audi 100 – damals mit 136 PS, was heute ungefähr der Leistung eines besseren Rasenmähers entspricht. Doch dann kam der Turbo, und plötzlich stand der legendäre Sport Quattro mit 306 PS auf der Bühne. Der Rest ist Motorsportgeschichte: Rallye, IMSA, Pikes Peak – überall brüllte die Zündfolge 1-2-4-5-3 wie ein schlecht gelaunter Tenor.

750 Stück – und unser Testwagen ist Nummer 000

Zum Jubiläum gibt’s eine streng limitierte Edition: 750 Fahrzeuge, jedes nummeriert. Unser Exemplar trägt die Vorseriennummer 000 – quasi der Prototyp, der schon alles kann, aber offiziell noch nichts darf. Exklusivität? Ja. Understatement? Nein.

Audi RS 3 Competition Limited

Optik: Carbon, wohin man schaut

Audi hat den Competition Limited mit mattschwarzen Kohlefaserteilen dekoriert, als hätte jemand im Werk einen Carbon-Gutschein gewonnen. Frontlippe, Seitenschweller, Heck – alles schön dunkel.
Dazu Flap Wings an der Front, die im Windkanal entstanden sind und aussehen, als könnten sie auch ein kleines Flugzeug stabilisieren.

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Lackfarben? Drei Stück: Malachitgrün (für Nostalgiker), Gletscherweiß matt (für Leute, die gern putzen) und Daytonagrau Perleffekt (für alle anderen).

Das Fahrwerk: Jetzt wird geschraubt

Die eigentliche Sensation steckt unterm Blech: Audi spendiert dem RS 3 erstmals ein voll einstellbares Gewindefahrwerk. Vorne höhenverstellbare Dämpfer mit externen Ölreservoirs, hinten robuste Doppelrohrtechnik – klingt nach Rennsport, fährt sich auch so.

Und jetzt kommt’s: Der Fahrer darf selbst schrauben. Low-Speed, High-Speed, Druckstufe – alles per Klick einstellbar. 12 Klicks hier, 15 dort, 16 da – ein bisschen wie ein mechanischer Adventskalender für Petrolheads.

Audi RS 3 Competition Limited

Dazu ein dickerer Stabi hinten (45 statt 40 mm), härtere Federn und serienmäßige Keramikbremsen.
Kurz: Wer hier nicht die perfekte Kurve findet, hat einfach nicht genug geklickt.

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Innenraum: Motorsport trifft Minimalismus

Drinnen geht’s vergleichsweise nüchtern zu: RS-Sportsitze mit Mikrofaser, weiße Instrumente, ein Cockpit ohne Display-Overkill. Audi hat vier Kilogramm Dämmmaterial entfernt – nicht viel, aber genug, um den Fünfzylinder akustisch näher an die Trommelfelle zu rücken.

Die Abgasklappen öffnen schneller und weiter – ein Geschenk an alle, die Klang mögen, und ein Fluch für alle, die schlafen wollen.

Fahrverhalten: Präzision mit Ansage

2021 nannten wir den RS 3 ein „alltagstaugliches Biest“. Der Competition Limited ist eher ein Biest, das beschlossen hat, jetzt auch am Wochenende Rennen zu fahren. 0–100 km/h in 3,8 Sekunden, 290 km/h Spitze – beeindruckend, klar.

Audi RS 3 Competition Limited

Aber die wahre Magie passiert in Kurven: Fahrwerk, Allrad und Torque Splitter arbeiten so harmonisch zusammen, dass man fast an Zauberei glaubt.

Lenkung, Bremsen, Schaltverhalten – alles wirkt noch direkter, noch schärfer, noch weniger kompromissbereit. Und trotzdem bleibt der Alltag überraschend erträglich. Man merkt: Die Ingenieure hatten Spaß. Viel Spaß.

Globales Sondermodell – aber nicht für alle

USA und Kanada gehen leer aus – Homologationsthemen, Sitze, Bürokratie, man kennt das.
Japan bekommt 100 Stück, Mexiko 50. Der Großteil wird ein Sportback, aber auch eine Limousine existiert – für Menschen, die gern einen Kofferraumdeckel haben.

Wichtig für Sammler: Die speziellen Bauteile gibt’s nicht einzeln. Wer sie will, muss das ganze Auto kaufen. Audi sagt: „Exklusivität.“ Wir sagen: „Clever.“

Audi RS 3 Competition Limited

Der letzte seiner Art

Mit Euro 7 ist 2027 Schluss für den Fünfzylinder in Europa. Der RS 3 Competition Limited dürfte also der finale Vorhang sein – der letzte große Auftritt eines Motors, der eine ganze Ära geprägt hat.

Und ja, 108.365 Euro sind eine Ansage – über 40.000 Euro mehr als der normale RS 3. Aber wer ein Stück Geschichte will, muss manchmal tief in die Tasche greifen. Oder sehr gut verhandeln.
Oder Lotto spielen. (Fotos: aum/Mathias Knödler)

Daten Audi RS 3 Sportback Competition Limited

Parameter Wert
Länge x Breite x Höhe 4,39 x 1,85 x 1,44 m
Radstand 2,63 m
Motor R5-Benziner, 2480 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung 195 kW / 400 PS bei 5600–7000 U/min
Max. Drehmoment 500 Nm bei 2250–5600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 290 km/h (abgeregelt)
0–100 km/h 3,8 s
Durchschnittsverbrauch 9,3 l/100 km
CO?-Emissionen 214 g/km (Euro 6d)
Leergewicht / Zuladung min. 1640 kg / max. 415 kg
Kofferraumvolumen 282–1104 l
Bereifung 265/30 R19 vorn, 245/35 R19 hinten
Basispreis 108.365 Euro

 

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