Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric

Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric.

Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric.

Ein Porsche, der die Physik beleidigt

Manchmal fragt man sich, ob Porsche heimlich versucht, ein Loch ins Raum-Zeit-Kontinuum zu reißen. Das neue Cayenne Turbo Coupé Electric wirkt jedenfalls so, als hätte jemand einen Familien-SUV
mit einem Teilchenbeschleuniger gekreuzt. 630 kW – also 857 PS – stehen immer bereit, und wenn der Overboost zündet, schiebt der Wagen mit 1156 PS und 1500 Nm an, als wolle er die Alpen verschieben. 2,6 Tonnen? Egal. 2,5 Sekunden auf 100 km/h? Auch egal. Bei 260 km/h sagt dann die Elektronik: „So, jetzt reicht’s aber.“

Innenraum Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric: weniger SUV, mehr Sportgerät

Schon beim Einsteigen merkt man: Das hier ist kein Sofa auf Rädern. Die Sitzposition ist so tief, dass man sich fast wundert, nicht mit dem Hintern über den Asphalt zu schrammen. Die optionalen Sportsitze packen einen so fest, dass man sich fragt, ob Porsche heimlich eine Lizenz für Orthopädieprodukte erworben hat.

Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric.

Der Arbeitsplatz wirkt nicht wie ein Familienauto, sondern wie ein überdimensionierter 911 für Leute,
die gern etwas mehr Gepäck mitnehmen.

Design: weniger „SUV-Klotz“, mehr „Sportlicher Muskelstrang“

Vorne noch klar Cayenne, aber ab der A-Säule macht das Coupé sein eigenes Ding. Flachere Scheibe, straffere Dachlinie, bündige Heckscheibe – und ein Spoiler, der aussieht, als hätte er eine eigene Meinung.

Porsche nennt das „Flyline“. Marketing hin oder her: Die 24 Millimeter weniger Höhe verändern den Auftritt spürbar. Weniger Wucht, mehr Spannung. Nebenbei sinkt der Luftwiderstand auf cW 0,23 und die Reichweite steigt auf bis zu 669 Kilometer. Kann man erwähnen, muss man aber nicht – das Auto verkauft sich über Haltung, nicht über Zahlen.

Fahrverhalten: kein modischer Ableger, sondern die schärfere Interpretation

Auf der Straße fährt das Coupé so fokussiert, dass man fast vergisst, dass es technisch ein SUV ist.
Die Lenkung arbeitet präzise und direkt, ohne künstliche Schwere. Mit Hinterachslenkung wirkt der Fünf-Meter-Koloss plötzlich handlich – fast schon frech handlich.

Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric.

Das serienmäßige Torque Vectoring Plus hält die Masse in schnellen Kurven so wach, als hätte jemand Espresso in die Dämpfer gefüllt.

Fahrwerk: Standard schon stark, Active Ride fast übertrieben

Das PASM-Luftfahrwerk erledigt seinen Job so souverän, dass man sich fragt, ob das teure „Active Ride“-System wirklich nötig ist. Komfort? Ja. Kontrolle? Auch ja.

Der Wagen federt verbindlich, aber nicht hart – und bleibt dabei so kommunikativ, dass man immer weiß, was unter einem passiert.

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Fahrmodi: klar unterscheidbar, ohne künstliches Drama

Normal: ruhig und gelassen. Komfort: noch entspannter. Sport und Sport Plus: straffer, aber nie überdreht. Der Turbo macht kein Theater – er liefert einfach. Der künstliche Sound im Sportmodus spielt mit Achtzylinder-Anmutungen, bleibt aber angenehm dezent.

Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric.

Wer Soundeffekte hasst, wird hier nicht bekehrt. Wer sie mag, bekommt eine gut gemachte Inszenierung.

Bedienung Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric: endlich wieder Logik

Das neue Bedienkonzept wirkt aufgeräumt und durchdacht. Instrumentendisplay: perfekt im Blick.
Head-up-Display: klar. Beifahrerdisplay: teuer, aber nett. Und das Wichtigste: Porsche hat nicht jede Funktion in ein Touch-Menü verbannt.

Es gibt echte Knöpfe. Ein Wunder in Zeiten, in denen manche Hersteller glauben, man müsse die Klimaanlage über ein 17-stufiges Untermenü einstellen.

Platzangebot: Coupé, aber nicht klaustrophobisch

Vorne viel Raum, hinten trotz Dachlinie überraschend gut. Der längere Radstand hilft.
Die Rückbank ist elektrisch verstellbar, der Kofferraum mit 1313 Litern zwar kleiner als beim SUV,
aber immer noch großzügig. Dazu ein 90-Liter-Frunk und bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast. Ein Sportwagen, der den Pferdeanhänger zieht – warum nicht.

Assistenz, Komfort und Details

Die Warnsysteme bleiben angenehm zurückhaltend. Die AR-Hinweise sind Geschmackssache, aber abschaltbar. Die lamellenlose Lüftung arbeitet effektiv, ohne einem ins Gesicht zu pusten.
Dazu Ambientebeleuchtung, Mood Modes, Flächenheizung und ein Panorama-Glasschiebedach mit Sonnenschutz. Luxus? Ja. Übertrieben? Vielleicht. Aber wer hier kauft, sucht keine Vernunft.

Laden & Rekuperation: schnell, schneller, Porsche

113 kWh Batterie, 800-Volt-Technik, bis zu 390–400 kW DC-Ladeleistung. 10–80 Prozent in unter 16 Minuten – das ist beeindruckend. AC nur 11 kW serienmäßig, 22 kW gegen Aufpreis. Induktives Laden gibt’s ebenfalls – teuer, aber technisch cool.

Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric.

Die Rekuperation mit bis zu 600 kW ist ein echtes Highlight und reicht von sanftem Segeln bis zu spürbarer Verzögerung.

Preise: Luxus bleibt Luxus

Das Turbo Coupé startet bei 168.500 Euro – 3000 Euro mehr als das SUV. Die Basis beginnt bei 109.000 Euro, das S-Modell bei 130.300 Euro. Vernunft? Nein.
Ein Statement? Definitiv.

Fazit

Das Cayenne Coupé Electric ist kein Elektro-SUV, das versucht, vernünftig zu wirken. Es ist ein Luxusprodukt mit klarer technischer Idee und einem Fahrgefühl, das die Klischees schwerer E-SUVs pulverisiert.

Tief sitzen, präzise lenken, kontrolliert federn – und wenn man das Pedal durchtritt, faltet der Wagen die Welt für einen Moment nach hinten. Ein Porsche eben. (Fotos: Porsche)

Technische Daten Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric

Länge x Breite x Höhe 4,99 x 1,98 x 1,65 m
Radstand 3,02 m
Antrieb Elektrisch, 630 kW (857 PS), Overboost 850 kW (1156 PS), AWD, 1-Gang
Max. Drehmoment 1500 Nm
0–100 km/h 2,5 s
Höchstgeschwindigkeit 260 km/h
WLTP-Verbrauch 22,0–20,0 kWh/100 km
Batterie 113 kWh
Reichweite (WLTP) 576–637 km
Ladeleistung 11 kW AC / 390 kW DC
Leergewicht / Zuladung 2650 kg / 600 kg
Kofferraum 500–1313 l + 90 l Frunk
Anhängelast 3000–3500 kg
Preis ab 165.500 Euro
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