Maserati GranTurismo S im Test: Schnellster Serien-Maserati aller Zeiten

Anzeige


Edel kombiniert: Ausladende Seitenschweller, 20-Zoll-Räder, mattschwarze Kühlerlamellen und Scheinwerferblenden sowie Heckspoiler des GTS zeigen raffiniert seine Fähigkeiten. Foto: djd/Interpress/Maserati

Maserati GranTurismo S im Test:
Was machen Sie in 4,9 Sekunden?

Aus der Idee, einen Rennmotor in Straßenautos einzupflanzen, entstand 1947 der berühmte A5 1500 GT Pininfarina, das erste Maserati GTS-Modell. Mit dem GranTurismo S lebt diese Tradition jetzt weiter – und wie, denn das 4,9 Meter lange Sportcoupé zeichnete nicht nur Pininfarina göttlich. Der 2+2-Sitzer wurde für Emotionen auf höchstem Niveau konstruiert, er wird seinem Besitzer Tag für Tag hautnah aufregende Erlebnisse bieten…

Pure Dynamik
Maserati-Chef Peter Hermges stand die Freude im Gesicht geschrieben, als er uns sein neuestes Baby zum Fahrtest vorstellte. Der soll nun Kunden locken, die bislang eher einen Porsche oder die ganz heißen Varianten von Audi (RS), BMW (M) und Mercedes-Benz (AMG) fahren. Damit das auch möglichst perfekt klappt, muss neben der Optik und Alltagstauglichkeit auch der Motor die Bezeichnung „Extraklasse“ tragen. Der V8 stammt von Ferrari, statt 405 PS wie im Standard-GT, warten hier drehgierige 440 PS auf ihren Einsatz. Reichlich Kraft für schnelles Vorwärtskommen und Entfernen aus Gefahrensituationen. Bei durchgedrücktem Gaspedal spurtet der Wagen aus dem Stand auf Tempo 100 in 4,9 Sekunden, die mögliche Höchstgeschwindigkeit liegt bei 295 km/h. Ebenso faszinierend das Sportgetriebe – egal ob im eher komfortablen Automatikmodus oder beim manuellen Gangwechsel mit Schaltwippen vom Lenkrad aus.


Atemberaubend auch das Styling innen, z.B. die Ledersitze des italienischen Edelschneiders Poltrona Frau. Foto: djd/Interpress/Maserati

Faszinierend
Beim Wechsel in den Sportmodus werden die Gänge ganz besonders schnell gewechselt – in nur 100 Millisekunden geht es rauf und runter. Der Auspuffsound lässt sich ebenfalls auf Knopfdruck verändern. Er klingt dann mal eher soft und beim festen Tritt auf das Gaspedal auch richtig (!) böse. Der 4,7 Liter Achtzylinder brabbelt, röhrt, brüllt und tobt jederzeit betörend. Das ist wie Jimi Hendrix, Pavarotti, Joe Cocker und großes Klassikorchester in einem Konzertsaal. Mittendrin der Fahrer als Dirigent, seine Finger und der rechte Fuß ordnen die Töne. Passend abgestimmt zur hohen motorischen Leistungsbereitschaft bietet das S-Fahrwerk ein spürbares Plus an Dynamik, ohne dabei gleich die komfortablen Reisequalitäten des Gran Turismo komplett zu verneinen. Kürzere Federwege und erhöhte Dämpferkraft schlagen auch hier kaum zu den Insassen durch, bei schneller Kurvenfahrt verbessern sie die Agilität und Präzision dafür umso deutlicher. Wer mehr Platz benötigt, kann ab sofort ebenfalls den viertürigen Quattroporte mit dem 440 PS starken S-Triebwerk ordern (123.350 Euro). Allerdings ohne den raffinierten „Sound-Knopf“.

Anzeige

Fazit: Maseratis Sportcoupé GranTurismo S ist eine Ausnahmeerscheinung, in jeder Hinsicht. Nirgendwo sonst bekommt man für 127.330 Euro derart viel Freude. Egal ob bei der täglichen Fahrt zur Arbeit oder bei der schnellen Tour zur Sansibar.

Technische Daten
Modell: Maserati GranTurismo S
Getriebe: 6-Gang-Sportautomatik
Antrieb: Heckantrieb
Motor: V-Achtzylinder
Hubraum: 4.691 ccm
Leistung: 324 kW/440 PS
Drehmoment: 490 Nm (4.750 U/min)
CO2-Emission: 387 g/km
0-100 km/h: 4,9 Sekunden
Höchsttempo: 295 km/h
Testverbrauch: 18,2 Liter Super
Tankinhalt: 86 Liter
Kofferraum: 260 Liter
Preis: 127.330 Euro
Internet-Infos: www.maserati.de
Serienausstattung (Auswahl): ABS, EBD, ESP, ASR, MSR, sechs Airbags, elektrische Parkbremse (EPB), Hill Holder-Funktion, 20-Zoll-Alufelgen, Isofix, Leder-/Alcantarasitze von Poltrona Frau, Klimaanlage, Brembo-Hochleistungsbremsanlage, Funk-Zentralverriegelung.

Unser Testurteil

Das gefiel besonders:
+ atemberaubende Fahrleistungen
+ Motor-Drehmomentverhalten
+ feines Cockpit
+ edle Innenraumgestaltung
+ Sportgetriebe
+ bequeme Sportsitze
+ luxuriöse Serienausstattung

Verbesserungsbedürftig:
– Sicht nach hinten
– Gewicht (mit Fahrer ca. 2 Tonnen)

(we)

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.