Vorstellung Alfa Romeo Giulietta

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Mit dem Giulietta trifft Alfa Romeo seine Fans mitten ins Herz – bei mir nicht. Foto: Alfa Romeo/auto-reporter.net

Nicht nur bei eingeschworenen Alfisti verkörpern Alfa Romeo-Fahrzeuge seit jeder Emotion pur, sodass über kleine Macken großzügig hinweggesehen wird. Dass sich aber Emotion und Vernunft, Design und innovative Technik sowie Nutzwert nicht ausschließen müssen, beweist der neue Alfa Romeo Giulietta, der ab 19. Juni ab 19.900 Euro in Deutschland verfügbar ist…

Stilistisch schreibt der Giulietta die Designsprache fort, die konzeptionell auf dem Supersportwagen8C Competizione aufbaut. Die Front des 4,35 Meter langen Kompaktwagens wirkt überaus dynamisch, die Seitenlinie erzeugt durch eine geschwungene, keilförmig ansteigende Gürtellinie gemeinsam mit den muskulösen Radläufen und Seitenschwellern eine Harmonie von Formen und Proportionen, sodass der Giulietta eher wie ein sportliches Coupé denn eine kompakte fünftürige Limousine wirkt. Mit dem für das Segment langen Radstand von 2,63 Metern bietet der Nachfolger des 147 im Innenraum ausreichend Platz für fünf Personen, und verfügt mit 350 Litern auch über genügend Ladekapazität, was bei Alfa ja nicht unbedingt die Regel ist. Doch auch hier stand wohl im Lastenheft der Designer und Techniker, dass der neue Giulietta, dessen Urahn 1955 das erste Alfa-Modell war, das preislich für breitere Käuferschichten interessant war, auf jeden Fall mit Nutzwert und Alltagstauglichkeit überzeugen müsse.

Foto: Alfa Romeo/auto-reporter.net

Das gelang nicht nur beim mühelos zu beladenen Kofferraum, sondern auch beim Interieur. Die Instrumente sind übersichtlich und vor allem auch bei Gegenlicht gut ablesbar, die Bedienungselemente ergonomisch ohne Fehl und Tadel. Darüber hinaus erfreut, dass man nicht das Handbuch zurate ziehen muss, um hinter alle Funktionen zu kommen – das geht nämlich intuitiv. Komfort und sehr guten Seitenhalt bieten darüber hinaus die serienmäßigen Sportsitze, und auch die sauber verarbeiteten Materialien erzeugen zumindest optisch eine Wertigkeit, wie man sie in der Kompaktklasse nur selten antrifft.

Für den Vortrieb sorgt eine völlig neue Generation von Alfa-Romeo-Benzin- und Dieselmotoren mit einer Leistungsbreite von 77 kW/105 PS bis 173 kW/235 PS, wobei die Italiener konsequent auf die Downsizing-Technologie setzen, die signifikant gesenkte Verbrauchs- und Emissionswerte ermöglicht. Je nach Motorisierung konnte der Durchschnittsverbrauch um bis zu 34 Prozent reduziert werden. So benötigt der 1,4 TB MultiAir mit einem 125 kW/170 PS starken Turbobenziner trotz einer Höchstgeschwindigkeit von 218 km/h lediglich 5,8 Liter pro 100 Kilometer, und der 1,6-Liter-Turbodiesel begnügt sich gar mit 4,4 Liter Kraftstoff. Hilfreich dabei ist das bis 125 kW/170 PS serienmäßige Start&Stopp-System, inklusive einer Schaltpunktanzeige.

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Werte, die natürlich nicht erreichbar sind, wenn man einen Alfa wie einen Alfa nutzt und sehr zügig unterwegs ist. Dazu fordert der Giulietta, der nicht nur über eine neue Plattform, sondern auch eine neue Vorder- und Hinterachse verfügt, vor allem auf kurvenreichem Terrain jedoch geradezu auf. Die sportiven Gene sind also erhalten geblieben und werden durch ein neues gut abgestuftes Sechsganggetriebe und eine ebenfalls neue, sehr direkte Servolenkung bei der Kurvenhatz wirkungsvoll unterstützt. Wird man zu übermütig, greift das serienmäßige ESP korrigierend ein. Neben dem Fahrvergnügen überzeugt der Giulietta auch mit einer umfangreichen Komfort- und Sicherheitsausstattung in der Basisausführung. Sie umfasst zweistufige Fahrer- und Beifahrerairbags, von vorn nach hinten durchgehende Kopf- und Seitenairbags in den Vordersitzen, aktive Kopfstützen vorn, eine Fahrstabilitätskontrolle einschließlich ABS, Differenzialsperre und Berganfahrhilfe, elektrisch Fensterheber vorn, eine manuelle Klimaanlage und die asymmetrisch geteilt umklappbare Rücksitzbank.

Noch umfangreicher ist die Ausstattung bei der zweiten Linie Turismo, die es ab 21.700 Euro gibt. Zu ihr gehören zusätzlich u. a. eine 2-Zonen-Klimaautomatik, eine Audio-Anlage mit CD-/MP3-Player und sechs Lautsprechern, Leder-Lenkrad, Fahrgeschwindigkeitsregelung und ein Multifunktionsdisplay. Im Spätsommer folgt dann noch in Kombination mit dem neuen 173 kW/235 PS starken 1.8-TBi-Motor der Giulietta Quadrifoglio Verde mit noch mehr Komfort-Features zu Preisen ab 28.300 Euro. Das Verkaufsziel wird das Modell aber kaum wesentlich beeinflussen; das haben die Italiener für Deutschland in diesem Jahr aus produktionstechnischen Gründen nämlich auf 5.000 Einheiten begrenzt. Und die sollten angesichts der Qualitäten des Fahrzeugs und seiner sehr wettbewerbsfähigen Preisgestaltung schnell geordert sein. (auto-reporter.net/Hans H. Grassmann)

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