Rolls Royce Phantom2_1

Wie kommt ein Rolls Royce Phantom II auf einen 2502 Meter hohen Berggipfel?

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Eine phantastische Geschichte aus England und rund um den Säntis. Zu verdanken haben wir sie der Winterausstellung „Museen rund um den Säntis – auf dem Säntis“, die vom 21.12.2012 bis 21.4.2013 andauert und für Besucher des Säntis kostenlos zugänglich ist. Die Protagonisten dieser Geschichte sind das “Rolls-Royce Museum Franz Vonier GmbH” aus Österreich, ein “Rolls Royce Phantom II” aus England und die “Säntis-Schwebebahn” – wer hat’s erfunden – aus der Schweiz.

Die Vorgeschichte:
Das Chassis des Phantom 2 wurde von F. H. Royce konstruiert und einst im Rolls-Royce Werk in Derby / UK gebaut. Einer der bedeutendsten Kutschenbauer H.J. Mulliner fertigte den imposanten Aufbau in Form eines zweitürigen Cabriolets.
Etwa zur gleichen Zeit (1933) arbeitete Niklaus Zwingli an einer vergleichbaren Pionierleistung mit dem Bau der Säntis-Schwebebahn. 43 Tage benötigte allein der Transport der 35 Tonnen schweren und 2300 Meter langen Tragseile von Herisau / CH auf die Schwägalp. Bereits nach nur zwei Jahren Bauzeit konnte das Wunderwerk in Betrieb genommen werden. Jeder der zwei Kabinen fasste damals 35 Personen, die Fahrt kostete 10 Franken pro Person.

Der Initiator – Franz Vonier GmbH:
Das Rolls-Royce Museum besteht seit 1982 als Familienbetrieb und befindet sich in einer ehemaligen Textilfabrik in Dornbirn Gütle/Austria. Ca. 1000 Exponate, darunter 70-80 Fahrzeuge sind auf drei Etagen ausgestellt. Der überwiegende Teil der Fahrzeuge stammt aus den goldenen 20er und 30er Jahren und war überwiegend in Besitz von berühmten Persönlichkeiten. So z.B. das berühmteste Fahrzeug, ein Phantom 3 von Queen Mum Baujahr 1936.

Das Auto:

  • Rolls-Royce Phantom 2
  • Baujahr: 1930
  • Motor: sechs Zylinder Reihenmotor mit 8 Liter Hubraum
  • Leistung: ausreichend
  • Maße: 525cm/190cm/175cm (l/b/h)
  • Handgefertigtes Einzelstück in der Museumswerkstatt aufgearbeitet
  • Reguläres Ausstellungsobjekt im Rolls-Royce Museum in Dornbirn

Die Idee:
Eine Rolls Royce Ausstellung in 2502 Metern Höhe auf dem Säntis. Im Rahmen der Winterausstellung „Museen rund um den Säntis – auf dem Säntis“.

Angehängt an den Boden der Gondel beträgt die Toleranz zum Terrain der Bergstation nur wenige Zentimeter. Maßarbeit und Nerven wie „Tragseile“ werden daher für dieses Projekt benötigt.

Die technischen Gegebenheiten:
Der Transport führte von Dornbirn Gütle (437m) via LKW auf die Schwägalpe (1350m) – Entfernung ca. 50 km. Von der Talstation der Säntisbahn gelangt der Rolls-Royce mittels Schwebebahn auf den Berggipfel (2502 m). Die Unterlast der Bahn beträgt max. 5 Tonnen, der Rolls-Royce wiegt ca. 2,5 Tonnen. Die Seilbahn fährt beim Transport auf den Gipfel aufgrund der Unterlast äußerst langsam, für optimale Bedingungen ist Windstille erforderlich.

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Für die Verbindung zwischen Gondel und Fahrzeug musste eine Spezialvorrichtung (Plattform) gebaut werden. Die Konstruktion wurde im Rolls-Royce Museum für das Fahrzeug maßgeschneidert und angefertigt.

Der Spezialtransport musste aufgrund starker Schneefälle zweimal verschoben werden. Schneemengen von ca. einem Meter gestalteten die Beladung besonders aufwendig. Auf dem Säntisgipfel wird für die Ankunft des Rolls-Royce eine Hebebühne benötigt. Einen Tag zuvor war noch ungewiss, ob es gelingt, die Schneemassen von bis zu drei Meter pünktlich bei Seite zu räumen.

Der Tag der Umsetzung: 12.12.2012
Bei sonnigem Wetter, ca. minus 15 Grad und wunderbarem Ausblick konnte der Spezialtransport am 12.12.2012 umgesetzt werden. Der herrliche Anblick des imposanten Säntis war die Entschädigung für die langwierigen Vorarbeiten und mehrmaligen Terminverschiebungen. Mit vereinten Kräften wurde der Rolls-Royce in Zentimeterarbeit auf den Berggipfel befördert. Besonders das Anhängen an die Gondel der Schwebebahn gestaltete sich dabei als äußerst schwierig. Der Schwerpunkt des 2,5 Tonnen schweren Rolls-Royce lag so hoch, dass eine Stabilisierung gegen seitliches Verrutschen notwendig war. Die tiefen Temperaturen waren eine weitere Herausforderung, nicht nur für die Menschen, auch für das Material. So gaben Kettenzüge bei eisiger Kälte auf und mussten ausgetauscht werden. Aufgrund der Umstände dauerte der Transport von der Talstation auf den Gipfel einen vollen Tag. Doch die Zusammenarbeit aller Personen funktionierte vorbildhaft und der Rolls-Royce war kurz vor 17 Uhr ohne eine einzige Schramme/ Kratzer in der großen Empfangshalle am Säntis angelangt. Dort wird das Fahrzeug in den kommenden Monaten für Besucher des Säntis zu bewundern sein.

Glückwunsch zu dieser Aktion. Wer sich jetzt die automobilen Schmuckstücke nicht unbedingt AUF dem Berg ansehen möchte – kein Problem. Das “reguläre” Rolls-Royce Museum Franz Vonier GmbH findet der “Nicht-Bergsteiger” in 6850 Dornbirn, Österreich.

(Fotos mit freundlicher Genehmigung des Rolls-Royce Museum Franz Vonier GmbH)

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