Nahezu jede zehnte Tempomessung falsch

Viele Radaranlagen blitzen Autofahrer zu Unrecht. “Bis zu zehn Prozent aller Geschwindigkeitsmessungen haben Fehler, die zum Teil auch die Messwertergebnisse selbst betreffen”, sagt der Verkehrs-Sachverständige Roland Bladt gegenüber AUTO BILD (Heft 49). Etwa 300 Gutachten erstellt Bladt pro Jahr im Auftrag von Gerichten.

Auch Hans-Peter Grün, ebenfalls Sachverständiger, sind bei Blitzern auf den deutschen Straßen “massive Hinweise auf unklare Messergebnisse aufgefallen”. Aufgrund falsch aufgebauter Geräte, ungeeigneter Messstellen und fehlerhafter Auswertungen würden täglich unberechtigte Bußgeldbescheide verschickt. Die Überprüfung verdächtiger Messungen gestaltet sich für Gutachter oft schwierig.

Der Grund: Hersteller von Blitzanlagen halten die Berechnungsgrundlagen und Funktionsweisen ihrer Geräte geheim. “Wir Sachverständigen wissen bei keinem System, wie der jeweilige Messalgorithmus arbeitet”, so Bladt. Legt ein Autofahrer Einspruch gegen ein Knöllchen ein, kann sich dieser Umstand allerdings zu seinen Gunsten auswirken.

Denn ohne die Kenntnis der genauen Funktionsweise können auch von einem Gericht hinzugezogene Sachverständige die Messungen nicht nachvollziehen. In den vergangenen Jahren kam es deshalb mehrfach zur Verfahrenseinstellung oder zu Freisprüchen.

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AUTO BILD rät: Wer sich zu Unrecht geblitzt fühlt, sollte sich einen Anwalt nehmen. Denn nur der hat Akteneinsicht, kann also das Beweisfoto und weitere Unterlagen wie das Messprotokoll einsehen. Finden sich Anhaltspunkte für einen oder gleich mehrere Fehler, kann der Anwalt Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen – und es kann zu einer Verhandlung vor Gericht kommen. (Auto Bild)

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