Ein Auto aus den USA importieren

In Deutschland setzt man laut einer Bitkom-Umfrage auf E-Mobilität, berichtet die „Zeit“. Dafür sprechen viele, vernünftige Dinge. Dagegen spricht: Ein US-Auto ist cooler. Schauen wir uns mal an, wie man ein solches Auto erwerben kann.

Das Auto selbst kaufen oder importieren lassen?

Eigentlich ist es simpel. Wir haben doch das Internet und sind doch mit der Welt verbunden. Also suchen wir bei der Suchmaschine unseres Vertrauens nach unserem Traumauto und werden auch recht schnell fündig. Allein, der Wagen steht in Cheyenne, Wyoming.

Alternativ kann man auch über Uscar-Trader.com/de gehen, die Leute wissen, was zu tun wäre.

Import von US-Cars

Nun sind wir aber der Meinung, es besser zu können. Natürlich kaufen wir nicht einfach so die Katze im Sack, will sagen den Wagen in der Garage, ohne das Auto gesehen zu haben. Von Bad Orb geht’s per Taxi zum Frankfurter Flughafen und dann zum Cheyenne Regional Airport. Anschließend in ein Taxi eingestiegen und zu „Frankies Funky Cars“ gefahren. Da steht er: ein knallroter Trans Am. Also legen wir das vereinbarte Geld auf den Tisch des Hauses und können nach Hause, richtig?

Regelung beim Import von US-Cars

Naja – nicht so ganz. Erstens würden wir unsere Müdigkeit von dem 15-Stunden-Flug ignorieren und unsere knurrenden Mägen ebenfalls. Zweitens gibt es gewisse Regularien, die geklärt werden müssen.

Wir schreiben das Jahr 2014. Am ersten Januar wurde Lettland Teil der Eurozone. Aber nicht nur dieses Ereignis geschah am ersten Januar. Gleichzeit wurde auch die Zolltarifnummer 9705 im gesamten europäischen Raum harmonisiert.

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Bildquelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/strasse-rot-auto-fahrzeug-6412692/

Soll heißen: Es kommt zu einer spürbaren Senkung der Importkosten von Oldtimern aus Nicht-Eu-Staaten. Oldtimer bedeutet, wie uns allen bekannt ist, muss mindestens dreißig Jahre alt sein und sich im Originalzustand befinden.

Diese Voraussetzung erfüllt der feuerrote Firebird, den wir in Frankies Garage gesehen haben. Also können wir, nachdem wir eine Nacht in Cheyennes „Motel 14“ genächtigt haben, endlich los?

Nein. Wir brauchen eine Zulassung, um das Auto auf den Straßen der Vereinigten Staaten zu bewegen und ein „Certificate of Title“, das sämtliche Informationen über den Wagen enthält und dem deutschen Fahrzeugbrief entspricht. Dann werden noch Transportversicherungen notwendig, wir brauchen Gutachten und müssen uns mit dem Zoll herumärgern. So langsam, aber sicher, kommt in uns der Gedanke auf, dass es besser gewesen wäre, uns vertrauensvoll in die Hände von Leuten zu begeben, die auf genau sowas spezialisiert sind.

Denn diese Leute wissen, was noch getan werden muss, wie man die Bezahlung am besten erledigt, welche Papiere notwendig sind.

Wie lange dauert der Import?

Das kommt ganz darauf an, wie das Schmuckstück in die neue Heimat überführt wird. Es wird allerdings empfohlen, den Transport per Schiff zu machen, was dann, je nach Region zwischen zwei Wochen (Ostküste), drei Wochen (Texas), bis hin zu einem Monat (Westküste) dauern kann.

Ankunft des US-Cars in Deutschland

Dann ist der große Tag da. Wir werden darüber informiert, dass im fernen Bremerhaven unser Wagen angekommen ist und machen uns auf, das Auto abzuholen. Gut, die Fahrt dauert, aber das bedeutet auch, dass wir Zeit genug haben, noch weitere Dinge abzusprechen und anzustoßen.

Zoll, TÜV und ASU

Zunächst einmal müssen wir nur einen verringerten Zoll-Satz für unseren Wagen zahlen, da wir Privatpersonen sind. Das ist so weit schon einmal gar nicht schlecht, aber dann sagt der technische Überwachungsverein (TÜV) „schönen guten Tag“. Den Wagen einfach so, wie er aus den USA gekommen ist, verwenden? Ja, wo denken wir denn hin? Damit der Wagen „durch den TÜV“ kommt, müssen diverse Umbauten erfolgen.

Dies bedeutet, dass wir uns von den roten Blinkern verabschieden müssen, eine Trennung von Brems- und Blinklicht erfolgen muss und die Tempo-Anzeige auf km/h-Skala umgemodelt werden muss. Des Weiteren braucht man ein Abgasgutachten. So ist es ganz praktisch, wenn man sich mit den entsprechenden Behörden, respektive Dienstleistern (TÜV / DEKRA im Osten) schon im Vorfeld kurzschließt.

Fazit

Es ist nicht zu glauben, was man alles für Dinge auf sich nehmen muss, um ein echtes US-Auto zu fahren. Dieses wird dann auch noch für deutsche Verhältnisse umgebaut und entsprechend verwässern sich die Features, die man in den USA noch cool fand. Alternativen? Nun, wie wäre es mit einem Jeep-Cherokee?