Opel Frontera Electric Test – Eindrücke eines Testfahrers
Innenraum – zwischen Hoffnung und Ernüchterung
Schon beim Einsteigen in unser Opel Frontera Electric Test Fahrzeug, entsteht dieser kurze Moment der Erwartung – ein neues Elektro?SUV, frischer Ansatz, klare Linien. Doch im Opel Frontera Electric Test kippt die Stimmung schnell. Die glatten Verkleidungen wirken zwar modern, fühlen sich aber so distanziert an, als wollten sie keinen Kontakt aufnehmen. Die Getränkehalter mit Spanngummis erinnern eher an ein Provisorium als an eine Lösung, die den Alltag erleichtert.
Dann das Lenkrad – klein, vegan bezogen, angenehm griffig. Ein Lichtblick. Die Sitze bieten trotz fehlendem AGR?Siegel eine entspannte Haltung, vorne wie hinten. Platz ist reichlich vorhanden, nur die magere Anhängelast von 350 kg bremst den praktischen Nutzen spürbar aus.
Bedienung – Touch statt Gefühl
Während der Fahrt zeigt sich, wie sehr ein fehlender Lautstärkedrehregler nerven kann. Die Touchflächen verlangen Aufmerksamkeit, die eigentlich der Straße gelten sollte. Die Tasten am Lenkrad reagieren mit einer Gelassenheit, die nicht immer willkommen ist. Immerhin: Die Klimabedienung über echte Tasten funktioniert zuverlässig, auch wenn die Luftdüsen nur grob einstellbar sind.
Raumgefühl – großzügig, aber mit Schatten
Der Kofferraum des Opel Frontera Electric Test Fahrzeugs überzeugt zunächst: 460 Liter, gut nutzbar, mit praktischem Zwischenboden. Klappt man die Lehnen um, entsteht ein stattlicher Stauraum von 1600 Litern. Doch dann fällt die Heckklappe ins Schloss – mit einem Klang, der an alte Blechzeiten erinnert. Auch die simple Schlaufe der Gepäckabdeckung wirkt wie ein Rückschritt. Kleine Details, die den Gesamteindruck trüben.
Antrieb – ein Start wie früher, ein Vortrieb wie später
Der Startvorgang überrascht: ein klassischer Schlüssel, der ins Zündschloss wandert. Ein Elektroauto, das sich an alte Rituale klammert. Die Wahl der Fahrtrichtung erfordert Geduld, denn die Anzeige bleibt gern in der Neutralstellung hängen.
Beim Beschleunigen zeigt der Opel Frontera Electric wenig Drang nach vorne. 14,2 Sekunden auf 100 km/h fühlen sich genauso an. Der typische Elektro?Punch bleibt aus, der 113?PS?Motor arbeitet eher pflichtbewusst als motiviert. Für die Stadt reicht es, für mehr fehlt der Biss.
Reichweite und Laden – Erwartungen treffen Realität
Die versprochene Reichweite von bis zu 400 km bleibt im Opel Frontera Electric Test ein Wunschwert. Realistisch waren knapp 300 km, bevor der nächste Ladestopp anstand. Dort zeigt sich das nächste Problem: Statt der angegebenen 100 kW Ladeleistung kamen nur rund 50 kW an. Der Sprung von 30 auf 80 Prozent dauert so über 30 Minuten. Eine Verbrauchsanzeige? Fehlanzeige.
Fahrverhalten – angenehm, aber ohne Überraschungen
Auf der Straße zeigt der Frontera seine sanfte Seite. Das Fahrwerk filtert viele Unebenheiten sauber heraus, nur kurze harte Stöße dringen durch. Die Bremsen bleiben unauffällig, Rekuperationsstufen gibt es keine. Die Lenkung könnte beim Rangieren mehr Unterstützung bieten, zeigt sich bei höherem Tempo aber präzise und vertrauenswürdig.
Ausstattung – viel drin, aber nicht alles
Die Ausstattungsliste ist überschaubar, die Ultimate?Version bringt fast alles mit. Nur Lenkrad? und Frontscheibenheizung kosten extra, ebenso die optionale dritte Sitzreihe. Die serienmäßige Metallicblau?Lackierung setzt das Auto gut in Szene – der Antrieb könnte allerdings etwas mehr Charakter vertragen. (aum/we)(Fotos: aum/Michael Kirchberger)
Technische Daten Opel Frontera Electric Extended Range
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Länge x Breite x Höhe | 4,39 x 1,85 x 1,64 m |
| Radstand | 2,67 m |
| Antrieb | elektrisch, FWD, Automatik |
| Leistung | 83 kW / 113 PS |
| Max. Drehmoment | 124,5 Nm bei 1750 U/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 143 km/h |
| 0–100 km/h | 14,2 s |
| Batteriekapazität | 54 kWh |
| WLTP?Reichweite | 385–400 km |
| WLTP?Verbrauch | 16,7 kWh |
| Testverbrauch | ca. 18 kWh |
| Leergewicht / Zuladung | min. 1610 kg / max. 460 kg |
| Anhängelast | 350 kg |
| Kofferraumvolumen | 460–1600 l |
| Preis | 31.190 Euro |
| Testwagenpreis | 34.990 Euro |