Citroën e-C4 X Test: Designexperiment mit praktischen Schwächen
Unklare Fahrzeugkategorie sorgt für Verwirrung
Der Citroën e-C4 X Test beginnt mit einer grundsätzlichen Frage: Was genau ist dieses Fahrzeug eigentlich? Während der klassische C4 als Schräghecklimousine klar einzuordnen ist, präsentiert sich die X-Variante als Zwitterwesen zwischen SUV-Coupé und Stufenhecklimousine. Die Pariser Designer haben zweifellos eine kreative Lösung entwickelt, doch die Praktikabilität bleibt auf der Strecke. Der schmale Kofferraumdeckel erweist sich als echter Schwachpunkt – wer regelmäßig größere Gegenstände transportieren muss, wird schnell an die Grenzen stoßen. Nur echte Tetris-Meister werden mit diesem Kofferraumzugang zufrieden sein.
Gelungenes Design kann praktische Mängel nicht überdecken
Trotz der funktionalen Einschränkungen überzeugt das Design des e-C4 X durchaus. Die Mischung aus SUV-, Fließheck- und Stufenheckelementen wirkt frischer als andere Versuche, traditionelle Stufenhecklimousinen zu modernisieren. Bis zur B-Säule entspricht das Fahrzeug dem kürzeren Fließheck-Modell, wodurch der Innenraum seine großzügigen Abmessungen behält. Auch im Fond herrschen angenehme Platzverhältnisse, obwohl der Radstand unverändert bei 2,67 Metern liegt. Selbst größere Personen finden in der ersten Reihe ausreichend Raum.
Abmessungen im Segment-Vergleich
Mit 4,60 Metern Länge positioniert sich der e-C4 X 20 Zentimeter unter dem wahrscheinlich auslaufenden C5 X. Diese Dimensionierung macht das Fahrzeug alltagstauglich, ohne zu kompakt zu wirken.
Citroën e-C4 X Test: Komfort als Markenkern bestätigt
Citroën-Fahrzeuge standen schon immer für hohen Komfort, und der elektrische C4 X setzt diese Tradition fort. Statt der legendären Hydropneumatik kommt nun die „Tapis Volant“-Federung zum Einsatz – ein poetischer Name für eine durchaus effektive mechanische Lösung. Die Entwickler haben ein System geschaffen, das Straßenunebenheiten beeindruckend gut ausbügelt. Während kleinere Störungen komplett verschwinden, werden größere Fahrbahnschäden spürbar abgemildert. Diese Fähigkeiten heben den e-C4 X deutlich von der Konkurrenz ab.
Die neuen „Advanced Comfort“-Sitze tragen ebenfalls zum Wohlfühlfaktor bei. Mit einer um 15 Millimeter dickeren Schaumstoffschicht bieten diese Sitze spürbar mehr Komfort als die Vorgängerversion.
Bedienung: Übersichtlich, aber nicht revolutionär
Das Cockpit präsentiert sich aufgeräumt mit einem sieben Zoll großen Display vor dem Lenkrad und einem zentralen zehn Zoll Monitor für Navigation und Infotainment. Erfreulich: Einige analoge Bedienelemente sind erhalten geblieben. Die Sprachsteuerung aktiviert sich per „Hallo Citroën“-Kommando – funktional, wenn auch nicht besonders innovativ.
Antriebsvarianten im Citroën e-C4 X Test
Zwei Motorisierungen stehen zur Wahl: Die Basisversion leistet 100 kW (136 PS) mit 50 kWh Akkukapazität, während die stärkere Variante 115 kW (156 PS) aus einem 54 kWh großen Stromspeicher schöpft. Citroën verspricht mit der größeren Batterie 430 Kilometer Reichweite – ein Wert, der in der Praxis eher bei 350 Kilometern liegt. Diese Diskrepanz zwischen Herstellerangabe und Realität ist zwar segment-typisch, aber dennoch enttäuschend.
Fahrverhalten: Entspannt statt sportlich
Im Citroën e-C4 X Test zeigt sich das Fahrzeug als typischer Markenvertreter: entspannt, komfortabel und ohne sportliche Ambitionen. Das Fahrwerk und die bequemen Sitze wirken beruhigend auf den Fahrer – genau das, was Citroën beabsichtigt hat. Sportlichkeit steht nicht im Vordergrund, obwohl sich der C4 X durchaus stabil verhält. Bei Bedarf lassen sich Kurven flott durchfahren, die Beschleunigung von null auf 100 km/h erfolgt in unter neun Sekunden. Bei 150 km/h ist allerdings Schluss – eine Begrenzung, die im Alltag kaum stört.
Lenkung und Bremsen arbeiten präzise und zuverlässig, ohne jedoch besondere Akzente zu setzen.
Verbrauch und Ladezeiten in der Praxis
Mit 14,5 kWh Verbrauch laut Datenblatt bewegt sich der e-C4 X im Segment-Durchschnitt. In der Realität zeigt der Bordcomputer 16 kWh an – eine geringe Abweichung, die durchaus akzeptabel ist. Die umfangreiche Dämmung sorgt zusätzlich für eine angenehm ruhige Fahrt.
An Schnellladesäulen nimmt das Fahrzeug bis zu 100 kW auf. Eine Ladung von zehn auf 80 Prozent dauert etwas über 30 Minuten – ausreichend für einen Einkaufsbummel, aber nicht rekordverdächtig.
Preis-Leistungs-Verhältnis unter der Lupe
Der getestete Citroën e-C4 X mit 115 kW Antrieb kostet in der Max-Ausstattung 37.300 Euro. Dafür erhält man 18-Zoll-Leichtmetallräder, 3D-Navigation, Spracherkennung, diverse Assistenzsysteme, Einparkhilfen und ein lederbezogenes Lenkrad. Ein fairer Preis für die gebotene Ausstattung, auch wenn die Konkurrenz teilweise mehr Reichweite für ähnliches Geld bietet.
Fazit zum Citroën e-C4 X Test
Der Citroën e-C4 X Test offenbart ein Fahrzeug mit klaren Stärken und Schwächen. Während Komfort und Design überzeugen, bremsen die unpraktische Kofferraumöffnung und die etwas optimistischen Reichweitenangaben die Gesamtwertung. Wer ein entspanntes Elektrofahrzeug für den Alltag sucht und mit den praktischen Einschränkungen leben kann, findet im e-C4 X einen interessanten Kandidaten. Alle anderen sollten einen genaueren Blick auf die Konkurrenz werfen. (Fotos: Stellantis)
Technische Daten Citroën e-C4 X
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| Länge x Breite x Höhe | 4,58 x 1,80 x 1,51 m |
| Radstand | 2,67 m |
| Antrieb | Elektro, Frontantrieb |
| Gesamtleistung | 115 kW / 156 PS |
| Max. Drehmoment | 270 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit | 150 km/h |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 8,9 Sekunden |
| WLTP-Reichweite | 430 km |
| WLTP-Durchschnittsverbrauch | 14,5 kWh/100km |
| CO2-Emissionen | 0 g/km (WLTP) |
| Leergewicht / Zuladung | min. 1.652 kg / max. 430 kg |
| Basispreis | 34.800 Euro |
| Testwagenpreis | 37.700 Euro |