Opel Frontera 1.2 Hybrid Test – Zwischen Anspruch und Realität
Der deutsche Automobilhersteller wagt mit unserem Opel Frontera 1.2 Hybrid Test Fahrzeug einen interessanten Spagat zwischen modernem Design und praktischer Nutzbarkeit. Nach ausgiebigen Testfahrten zeigt sich jedoch: Nicht alles glänzt, was auf den ersten Blick beeindruckt.
Design trifft auf Pragmatismus – mit Kompromissen
Die Designsprache des Opel Frontera 1.2 Hybrid Test Fahrzeug orientiert sich bewusst an kantigen Formen. Steile Frontpartie, nahezu rechtwinklige Seitenlinien – dieser Ansatz schafft zwar charakteristische Optik, wirkt aber mitunter etwas gewollt.
Anders als sein rustikaler Vorgänger aus den 90er Jahren setzt die Neuauflage ausschließlich auf die viertürige Variante mit Heckklappe. Optional stehen sieben Sitzplätze zur Verfügung, was den Familientauglichkeits-Anspruch unterstreicht.
Bei einer Länge von knapp 4,4 Metern bietet der Innenraum durchaus solide Platzverhältnisse. Vier Personen finden komfortabel Platz, bei der dritten Person auf der Rückbank wird es allerdings eng. Die beworbenen Intelli-Sitze sollen Rückenbeschwerden vorbeugen – ein Versprechen, das der Opel Frontera 1.2 Hybrid nur bedingt einlöst.
Cockpit-Design – Glanz und Schatten
Das Armaturenbrett unseres Opel Frontera 1.2 Hybrid Test Fahrzeug präsentiert sich mit zwei zehn Zoll großen Displays durchaus zeitgemäß. Die glatte Oberfläche wirkt aufgeräumt, offenbart jedoch bei genauerer Betrachtung Schwächen in der Materialqualität. Ähnliches gilt für die variable Mittelkonsole – praktisch konzipiert, aber mit spürbaren Kosteneinsparungen realisiert.
Kofferraum – Volumen versus Verarbeitung
Mit 460 Litern Grundvolumen und bis zu 1600 Litern bei umgeklappten Rücksitzen (40:60-Teilung) zeigt sich der Laderaum großzügig dimensioniert. Die maximale Zuladung von knapp 500 Kilogramm bewegt sich im Klassenstandard. Kritisch anzumerken ist jedoch die sichtbare Materialqualität – hier wird der angespitzte Rotstift der Entwicklungsabteilung deutlich spürbar.
Bedienung – Fortschritt mit Hindernissen
Das Bedienkonzept des Opel Frontera 1.2 Hybrid setzt auf Minimalismus, allerdings nicht immer zum Vorteil. Die meisten Funktionen werden über den mittleren Touchscreen gesteuert – ein Konzept, das bei Fahrbahnunebenheiten schnell zu Fehlbedienungen führt.
Besonders ärgerlich: Der fehlende Lautstärkeregler zwingt den Fahrer zu umständlichen Bedienabläufen über das Lenkrad oder den Bildschirm.
Positiv hervorzuheben sind die physischen Tasten für die Klimaanlage unter dem Display. Diese funktionieren zuverlässig, auch wenn sich der Luftfluss über die Ausströmdüsen nicht präzise einstellen lässt. Immerhin können die lästigen Fahrassistenten per Tastendruck deaktiviert werden.
Antrieb – Hybrid mit Kompromissen
Der Start erfolgt überraschend konventionell über einen Zündschlüssel – ein fast nostalgisches Element. Der 1,2-Liter-Dreizylinder unseres Opel Frontera 1.2 Hybrid Test Fahrzeug zeigte sich geräuschintensiv und wirkt, als würde er die Arbeit lieber dem elektrischen Kollegen überlassen. Das 48-Volt-System mit 21 PS Zusatzleistung unterstützt zwar beim Anfahren, der knapp bemessene Stromvorrat begrenzt jedoch die elektrische Unterstützung auf wenige Sekunden.
Mit kombiniert 136 PS bewegt sich der Opel Frontera 1.2 Hybrid ausreichend zügig fort. 8,8 Sekunden für den Standardsprint sind akzeptabel, die Höchstgeschwindigkeit von 194 km/h wird eher theoretisch erreicht. Der WLTP-Verbrauch von 5,2 Litern klingt verlockend – realistische 6,1 Liter im Test sind dennoch ansprechend.
Fahrverhalten – Solide ohne Brillanz
Die Abstimmung des Fahrwerks zeigt sich ausgewogen, ohne sportliche Ambitionen zu verfolgen. Die Federung arbeitet gefühlvoll und filtert die meisten Unebenheiten heraus. Die Bremsen fallen durch Durchschnittlichkeit auf – weder besonders gut noch schlecht. Die Lenkung könnte in der Stadt mehr Unterstützung vertragen, bleibt bei höheren Geschwindigkeiten jedoch präzise.
Preis-Leistung – Moderat kalkuliert
Ab 23.900 Euro positioniert sich der Opel Frontera 1.2 Hybrid im bezahlbaren Segment. Die empfehlenswerten Tech- und Komfort-Pakete treiben den Preis auf knapp 29.200 Euro – ein moderater Aufpreis für sinnvolle Ausstattung wie Sitzheizung, LED-Nebelscheinwerfer und Rückfahrkamera.
Fazit – Vernunft vor Emotion
Der Opel Frontera 1.2 Hybrid erfüllt seine Rolle als praktischer Familien-SUV grundsolide, ohne dabei für Begeisterung zu sorgen. Die Kosteneinsparungen sind an verschiedenen Stellen spürbar, das Hybrid-System wirkt eher halbherzig implementiert. Wer einen zuverlässigen Alltagsbegleiter mit viel Platz und moderatem Verbrauch sucht, wird fündig – Emotionen weckt dieser Opel jedoch kaum. (Fotos: Autoren-Union Mobilität/Michael Kirchberger)
Daten Opel Frontera 1.2 DI Hybrid Test Fahrzeug
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Abmessungen | |
| Länge x Breite x Höhe (m) | 4,39 x 1,85 x 1,64 |
| Radstand (m) | 2,67 |
| Antrieb | |
| Motortyp | R3, Benziner, 1199 ccm, FWD, Aut. |
| Leistung | 100 kW/136 PS bei 5500 U/min |
| Max. Drehmoment | 230 Nm bei 1750 U/min |
| Fahrleistungen | |
| Höchstgeschwindigkeit | 194 km/h |
| Beschleunigung 0 auf 100 km/h | 8,8 Sek. |
| Verbrauch & Emissionen | |
| Durchschnittsverbrauch (WLTP) | 5,2 Liter |
| CO2-Emissionen (WLTP) | 119 g/km |
| Testverbrauch | 6,1 Liter |
| Gewichte & Kapazitäten | |
| Leergewicht / Zuladung | min. 1343 kg / max. 487 kg |
| Max. Anhängelast | 1250 kg |
| Kofferraumvolumen | 460–1600 Liter |
| Preise | |
| Grundpreis | 23.900 Euro |
| Testwagenpreis | 29.200 Euro |