Skoda Elroq 85 Test – Alltagstauglich, aber nicht ohne Schwächen
Markterfolg mit Fragezeichen
Mehr als 100.000 Exemplare im ersten Jahr – der Skoda Elroq 85 gehört zu den meistverkauften Elektro-SUVs Europas. Der Titel „German Car of the Year“ unterstreicht den Erfolg. Doch ein genauer Blick zeigt, dass nicht alles so glänzt, wie es auf den ersten Blick wirkt.
Design und Verarbeitung
Das neue „Modern Solid“-Design wirkt futuristisch. Das sogenannte „Tech Deck“ ersetzt den klassischen Kühlergrill. LED-Streifen und Matrixlicht sorgen für einen modernen Auftritt. Trotz kompakter Maße bleibt der Radstand großzügig. Verarbeitung und Aerodynamik sind solide, dennoch wirkt die Front etwas nüchtern.
Innenraum – Praktisch, aber nicht perfekt
Ein 13-Zoll-Touchscreen dominiert das Cockpit. Positiv: echte Tasten für wichtige Funktionen. Das Menü ist klar strukturiert und lässt sich personalisieren. Das optionale Head-up-Display überzeugt, das kleine Kombiinstrument wirkt reduziert, aber funktional. Kritik bleibt bei den VW-Slidern für die Lautstärke – wenig Haptik, wenig Präzision.
Materialqualität und Platzangebot
Recycelte Stoffe und PET-Fasern bringen Nachhaltigkeit ins Cockpit. Hartplastik bleibt sichtbar. Platzangebot vorne wie hinten ist großzügig, der Kofferraum mit 470 bis 1580 Litern alltagstauglich. Ein Frunk fehlt, stattdessen gibt es ein Netz für das Ladekabel. Clever, aber nicht ideal.
Fahrverhalten im Skoda Elroq 85 Test
Der Heckmotor mit 210 kW (286 PS) liefert kräftigen Schub. 545 Nm Drehmoment sorgen für einen Sprint auf 100 km/h in 6,6 Sekunden. Trotz zwei Tonnen Gewicht bleibt die Traktion stabil. Das Fahrwerk ist komfortorientiert, Querfugen und Kopfsteinpflaster werden souverän geglättet. Die Lenkung könnte mehr Rückmeldung geben.
Optionale Technik
Adaptive DCC-Fahrwerke und Progressivlenkung verbessern Agilität. Wendekreis von 10,2 Metern ist stark. Rekuperation über Paddels variabel, der Automatikmodus arbeitet effizient. Dennoch bleibt der Eindruck, dass Skoda hier eher auf Sicherheit als auf Fahrspaß setzt.
Reichweite und Ladezeiten
Offiziell 581 km nach WLTP – im Alltag eher 450 km, auf der Autobahn nur rund 340 km. Ladeleistung von 175 kW klingt gut, doch die Kurve bricht früh ein. Statt 29 Minuten von 10 auf 80 Prozent wurden im Test 35 bis 40 Minuten gemessen. AC-Laden mit 11 kW ist für öffentliche Säulen wenig zeitgemäß.
Sicherheits- und Assistenzsysteme
Skoda packt fast alles hinein: Notbremsung, Spurassistenz, Staupilot, Tempomat mit Schwarmdaten. Der Parkassistent lässt sich per Smartphone-App steuern. Technik auf hohem Niveau – allerdings wirkt die Vielzahl an Systemen fast überladen.
Preis und Fazit
Ab 44.850 Euro startet der Skoda Elroq 85. Mit Extras wie Head-up-Display, adaptivem Fahrwerk und Progressivlenkung liegt der Preis schnell über 50.000 Euro. Für ein komfortables Elektro-SUV mit solider Reichweite ist das fair, doch die Ladeperformance und Detailkritikpunkte verhindern ein rundum perfektes Ergebnis. (Fotos: Frank Wald via aum)
Daten Skoda Elroq 85
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Länge x Breite x Höhe (m) | 4,49 x 1,88 x 1,63 |
| Radstand (m) | 2,77 |
| Antrieb | Elektrisch, 210 kW (286 PS), Hinterradantrieb |
| Max. Drehmoment | 545 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
| Beschleunigung 0–100 km/h | 6,6 Sekunden |
| WLTP-Verbrauch | 15,2 kWh |
| Batteriekapazität brutto/netto | 82/77 kWh |
| Reichweite (WLTP) | 581 km |
| Max. Ladeleistung | 11 kW AC / 175 kW DC |
| Leergewicht / Zuladung | 2119 kg / 606 kg |
| Kofferraumvolumen | 470–1580 Liter |
| Anhängelast | 1000 kg |
| Preis | ab 44.850 Euro |