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Elektro-Motorsport: Extreme E mit Buggys

Nach dem Vorbild der Formel E stellt Extreme E allen teilnehmenden Teams ein Einheitschassis inklusive einer Einheitsbatterie zur Verfügung, um die Kosten möglichst gering zu halten.

Das Basis-Fahrzeug wird von Spark Racing Technology aufgebaut. Das Unternehmen stellt den Stahlrohrrahmen, die Aufhängung und Stoßdämpfer, die Bremse, die Lenkung und die Crash-Struktur samt Überrollbügel.

Der Akkumulator kommt ebenfalls wie in den ersten vier Jahren der Formel E aus dem Hause Williams Advanced Engineering. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um die aktuelle Formel-E-Batterie, sondern um eine Neuentwicklung für Extreme E.

ampnet photo 20200228 179699 In den Geländefahrzeugen kommen jeweils zwei Elektromotoren zum Einsatz, die den Spezifikationen und Leistungswerten der zweiten Formel-E-Generation entsprechen.

Extreme E wird demnach gut doppelt so viel Power haben wie die aktuelle Königsklasse des elektrischen Motorsports. Die Maximalleistung des finalen Fahrzeugs soll bei 544 PS (400 kW) liegen und das eineinhalb Tonnen schwere Fahrzeug in 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen.

Den Antriebsstrang dürfen die Hersteller – wie in der Formel E – selbst entwickeln. Dazu zählen bei Extreme E allerdings nur der Elektromotor sowie der Inverter.

Teilnehmende Teams haben drei Möglichkeiten beim Antrieb: Treten sie nicht mit einer Eigenentwicklung an, können sie entweder als Kundenteam Antriebe der Konkurrenz zu einem gedeckelten Fixpreis beziehen, oder sie nutzen eine Art Standardpaket, das die Extreme E zur Verfügung stellen wird.

Damit sich die Hersteller und Teams auch optisch von der Konkurrenz abheben, dürfen sie zudem die Außenverkleidung ihrer Autos, die Scheinwerfer und die vorderen sowie hinteren Stoßfänger selbst gestalten.

Besonders kreativ waren die Planer der ersten Saison, was die Austragungsorte der ersten fünf Veranstaltungen angeht. Start soll Ende Januar 2021 im afrikanischen Senegal sein, Anfang März geht es nach Saudi Arabien und drei Monate später nach Nepal.

Ende August betritt die Serie ein motorsportliches Niemandsland, dann geht es nach Kangerlussuaq auf Grönland. Der vorläufig letzte Lauf soll im Oktober in Brasilien über die Bühne gehen.

ampnet photo 20200228 179701 Jede Runde wird als eine Mini-Dakar-Rallye geplant, die auf einer Fläche von rund zehn Quadratkilometern stattfinden und natürliche Hindernisse und Höhenunterschiede beinhaltet.

Die Organisatoren entschieden sich für einige der schwierigsten Standorte der Welt, um das Potenzial elektrischer Antriebe aufzuzeigen. Sie wählten aber auch Bereiche aus, von denen sie glauben, dass sie die Auswirkungen von durch menschliche Aktivitäten verursachten Klimawandel besonders deutlich hervorheben.

Das erste Team, das sich für Extreme E angemeldet hat, ist Venturi aus Monaco, das gleichzeitig in der Formel E antritt. Formel-1-Rennwagendesigner Adrian Newey, derzeit Chief Technical Officer von Red Bull Racing, wird voraussichtlich auch ein eigenes Team bilden.

Insgesamt sollen zwölf Teams in der ersten Extreme-E-Saison an den Start gehen – so zumindest das erklärte Ziel der Serie. Vier davon sind bereits bestätigt: Venturi, ABT Sportsline, HWA Racelab und Veloce Racing. (we/ampnet/hrr)(Fotos: Auto-Medienportal.Net/Extreme E)

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