Wasserstoff selbst erzeugen

Kann man Wasserstoff selbst erzeugen?

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Was wäre, wenn wir – jeder einzelne von uns – in Zukunft seinen Wasserstoff selbst erzeugen könnte? Nun, den Wasserstoff-Skeptikern wäre ihr Hauptargument genommen: das der derzeitig mangelhaften Infrastruktur von Wasserstoff-Tankstellen. Denn bis Ende 2020 soll es gerade einmal 100 davon in Deutschland geben.

Autodino sprach schon lange vor dem politisch gehypten Elektroauto-Gejubele davon, dass herkömmliche E-Autos nur eine Zwischenlösung für die individuelle Mobilität sein können. Sie sind (waren) von Merkel und Co. gewollt und müssen aller “Umweltschweinereien” bei der Herstellung der Akkus zum Trotz, in den Verkehr gebracht werden.

Ich will hier nicht nochmals im Detail darauf eingehen, wer sich aber dafür interessiert, der mag sich die Quecksilberseen in den Förderländern für die benötigten Rohstoffe zum Bau der Akkus, ruhig einmal ansehen.

CO2-neutralen Wasserstoff selbst erzeugen – nur ein Traum?

Bislang schon. Doch das könnte sich in Zukunft drastisch ändern, wenn es nach Prof. Dr. Enno Wagner, Professor für Mechatronische Konstruktion und Technische Mechanik an der Frankfurt University of Applied Sciences, der ehemaligen Fachhochschule Frankfurt am Main, geht.

Zusammen mit seinen Studierenden will Wagner ab dem kommenden Monat ein „Smartes Tankgerät für Wasserstoff“ entwickeln. Die Idee: Die Produktion von Wasserstoff soll so simpel geschehen, dass auch Privatleute ihren Wasserstoff selbst erzeugen können.

Das begehrte Gas entsteht mittels Elektrolyse in einer kleinen Anlage, die problemlos in einen Keller oder eine Garage passt und mit regenerativer Energie betrieben wird – zum Beispiel Elektrizität aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hauses. Auf diesem Weg hätten Privathaushalte eine Möglichkeit, selbst CO2-neutrale Energie zu gewinnen – und außerdem auf diese Weise den gewonnenen Solarstrom zu speichern.

Zunächst geht es Wagner und seinem Team darum, einen Prototyp für die Anlage zu bauen. Danach wollen sie eine konkrete Anwendung für den gespeicherten Wasserstoff finden. In diesem Fall planen die Forscher, ein elektrisch betriebenes Lastenfahrrad zu entwickeln, dessen Energiespeicher kein Akku ist, sondern Wasserstoff, der mittels einer Membran-Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt wird.

„Mit diesem Projekt wollen wir zeigen, dass Wasserstoff als Energieträger in der Zukunft eine große Rolle spielen wird. Das elektrisch betriebene Lastenrad ist nur ein Beispiel, um die Alltagstauglichkeit dieser Technologie zu verdeutlichen.

Für die praktische Anwendung gibt es weitaus mehr Möglichkeiten: So kann Wasserstoff tagsüber mittels Solarenergie erzeugt und gespeichert werden, um in der Nacht elektrische Energie für ein Haus zu liefern. Darüber hinaus kann Wasserstoff den Gasherd befeuern, ein Auto antreiben und vieles mehr. Ich bin wirklich gespannt, welche weiteren Anwendungsmöglichkeiten die Zukunft bringen wird“, so Wagner.

Eine der wichtigsten und zukunftsträchtigen Anwendungen, wenn jeder seinen Wasserstoff selbst erzeugen kann, wäre wohl der Treibstoff für ein – dann möglicherweise erschwingliches – Brennstoffzellenfahrzeug als Ersatz der eigenen Ladestation für ein Batterieauto. (we/ampnet/hrr)(Foto: Toyota)

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