Autonomer Cadillac-Van

Automobile Themen CES 2021: Flugdrohnen und Autonomie

Früher war die CES ein reines Gamer-Event. Heute bietet die CES 2021 Spielraum für automobile Themen, wie die Präsentation von Cadillac Lyriq und GMC Hummer EV oder den Lieferwagen namens Bright Drop EV 600 für die letze Meile, sowie eine als Cadillac etikettierte vollautonome Drohne, die einsitzig mit bis zu 90 km/h durch die Lüfte schwirren soll.

Das Wirtschaftsportal „Seeking Alpha“ notierte dazu diplomatisch: „Fliegende Autos sind keine Investition für die nächste Produktgeneration, sondern ein Schritt nach vorn im Hinblick auf eine Idee, die sich weiterentwickeln könnte – oder nicht.“

Da nahmen sich die Vorschläge der deutschen Autoindustrie deutlich realistischer aus. Mercedes-Benz glänzte mit dem gewaltigen „Hyperscreen“-Armaturenbrett, das dem kommenden Spitzenmodell der Elektro-Palette, dem EQS, einen für absehbare Zeit uneinholbaren Technologie-Vorsprung verschaffen dürfte.

BMW i-Drive
BMW i-Drive auf der CES 2021.

Und BMW kündigt die Ablösung des i-Drive-Systems in seiner bisherigen, vor 20 Jahren eingeführten Form an. Das Auto entwickle sich zu einem persönlichen Assistenten, „immer mit einer klugen Lösung, aber mit einem Augenzwinkern“.

Die CES 2021 ist auch eine Messe der Zulieferer und Entwicklungsdienstleister. Dazu gehört ZF.

Ein neues Produkt namens Data Venture Accelerator soll dazu dienen, das durch Sensoren generierte, wachsende Datenvolumen im Automobil zu sammeln und zu nutzen, um Mobilität sicherer und bequemer zu machen – und um Autoherstellern Erlösmodelle zu erschließen, die sich über das gesamte Fahrzeugleben erstrecken.

Der Reifenhersteller Bridgestone zeigte eine virtuelle urbane Umgebung, in der neue Mobilitätsthemen umgesetzt werden, beispielsweise eine einzigartige Flottenmanagement-Lösung namens Webfleet. Und Panasonic lieferte einen Einblick in Cockpittechnologien der Zukunft, inklusive anspruchsvoller Augmented-Reality-Lösungen.

Magna wiederum sprach über das Potential des Joint Ventures mit dem koreanischen LG-Konzern, der sich auf elektrische Antriebe konzentrieren will.

Es macht den besonderen Reiz der früheren Consumer Electronics Show aus, dass sie sich nicht ausschließlich um das Automobil dreht. Unter den zahlreichen verwinkelten Ständen ließen sich verspielte Ideen und neue Konzepte finden, von denen viele verschwinden, andere zur Grundlage großartiger Erfolgsgeschichten werden. Dieser Appeal ist beim heurigen, volldigitalen Event ein wenig verlorengegangen.

Aber auch von zuhause oder aus dem Büro macht es Spaß, sich durch die digitalen Stände und Innovationen durchzuklicken. Und zwischendurch den Blick durchs Fenster zu genießen. Bis eines Tages die Flugdrohnen abheben.

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Schöne, neue Welt. Oder etwa nicht? (we/ampnet/jm)(Fotos: amp/GM/BMW)