Gabriel zieht E10-Verordnung zurück

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Gabriel zieht E10-Verordnung zurück

Umweltminister Sigmar Gabriel hat angekündigt, auf die umstrittene Verordnung zur Beimischung von zehn Prozent Bio-Ethanol beim Benzin vorerst zu verzichten. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) geht davon aus, dass rund 3,3 Millionen Importautos nicht für den E10-Kraftstoff geeignet sind, der 2009 eingeführt werden sollte. Gabriel hatte Anfang der Woche angekündigt, die Einführung von E10 zu verschieben, sollten mehr als eine Million Autobesitzer auf das teurere Super Plus mit weiterhin fünf Prozent Bio-Ethanol umsteigen müssen…

Nach VDIK-Angaben sind 70 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge und alle Neufahrzeuge der Fahrzeugimporteure E10-tauglich. Beim restlichen Drittel handelt es sich überwiegend um ältere Fahrzeuge, die für die erhöhte Alkoholbeimischung im Benzin nicht ausgelegt sind oder deren E10-Verträglichkeit noch nicht in einem geeigneten Prüfverfahren festgestellt werden konnte.

VDIK-Präsident Volker Lange erklärte, man werde weiter daran arbeiten, die CO2-Emissionen zu senken. „Wir werden mit anderen betroffenen Verbänden konstruktiv an der Lösung mitarbeiten und Vorschläge unterbreiten, die dieses Ziel unter den gegebenen Rahmenbedingungen unterstützen. Es bestehen aber weder Zeitdruck noch die Notwendigkeit für einen nationalen Alleingang der Bundesrepublik Deutschland. Jeder Klimaschutzstrategie sollte unbedingt europaweit harmonisiert formuliert und umgesetzt werden“, betonte er. Die Autoimporteure in Deutschland bieten nach VDIK-Angaben bereits heute 242 Modelle mit einem CO2-Ausstoß von maximal 140 Gramm pro Kilometer sowie 65 Prozent aller Pkw mit einem Wert von 130 g/km und weniger an.

Gestern hatte der Verband der Automobilindustrie bekannt gegeben, dass rund 189 000 deutsche Fahrzeuge nicht für den Betrieb mit E10-Benzin geeignet sind. Dazu kämen weitere 170 000 Pkw, für die ohnehin Super Plus empfohlen werde. (ar/jri)(autoreporter)

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