Porsche 911 S Targa

Porsche 911 S Targa Restaurierung

Bevor wir zur Story mit der Porsche 911 S Targa Restaurierung kommen, zunächst einmal etwas Background zum Auto selbst: 1965 präsentierte Porsche auf der IAA den 911 Targa als das erste „Sicherheits-Cabriolet“ der Welt mit einem gut 20 Zentimeter breiten Überrollbügel, abnehmbarem Dach und hinterem Ministoffverdeck mit Kunststoffscheibe.

Porsche 911 S Targa
Porsche 911 S Targa in desolatem Zustand

Damit antwortete das Unternehmen auf eine Diskussion in den USA, die Cabriolets als „gefährlich“ brandmarkte, auf typisch pragmatische Weise.

Wenig später folgte eine Panorama-Heckscheibe mit beheizbarem Glas.

Und wie kamen die Stuttgarter zum Modellnamen neben dem 911er Zahlencode? Der Name der offenen Variante – „Targa“ – leitete sich von dem zuvor vier Mal gewonnenen Langstreckenrennen Targa Florio auf Sizilien ab.

Der Aufpreis gegenüber dem Coupé betrug damals DM 1.400!! Dafür gibt es heute mit viel Glück Porsche Fußmatten als Extra…

Doch nun zur Restaurierung des Porsche 911 S Targa und wie es dazu kam

Ein langjähriger Porsche-Sammler, hat das Fahrzeug in den USA entdeckt. Fast 40 Jahre stand der Targa dort vergessen in einer torlosen Garage, abgedeckt nur von einer Plastikplane.

Der Zustand des seltenen Sportwagens war desolat. Wie sich herausstellte, diente er einem deutschen Porsche-Händler zunächst als Vorführwagen, bevor er 1969 in die USA verkauft wurde.

Von 1977 bis Ende 2016 parkte der offene Elfer in Long Beach (Bundesstaat New York) in besagter Garage. Dafür war er komplett – besonders erfreulich angesichts der vielen Sonderausstattungen wie Webasto-Standheizung, getönter Frontscheibe, Blaupunkt-Radio Köln, Ledersitzen, Halogen-Nebellampen und Außenthermometer.

Porsche 911 S Targa
Wie neu: Porsche 911 S Targa nach der Restaurierung bei Porsche

Da es die Philosophie der Porsche Classic Werksrestaurierung ist, die Fahrzeuge so originalgetreu wie möglich wieder aufzubauen, gestaltete sich die Suche nach authentischen Kleinteilen wie Kabelschellen, Gummitüllen, Verschlussstopfen für den 2,0-Liter-S-Motor des Porsche 911 S Targa sehr schwierig.

„Nachfertigungen von Drittanbietern kommen für uns nicht in Frage. Glücklicherweise können wir in solchen Fällen in unsere ‚Schatztruhe‘ greifen“, so Uwe Makrutzki, Leiter Porsche Classic Werksrestaurierung von Porsche Classic.

Die Abteilung hat nicht nur Zugriff auf das Zentrallager mit aktuell mehr als 60.000 verschiedenen Originalersatzteilen.

Den werkseigenen Spezialisten stehen zudem die originalen Richtsätze, Rahmenlehren, Datenblätter und technische Zeichnungen zur Verfügung.

Die zweite große Herausforderung war die Außenhaut des Porsche 911 S Targa Daches. „Das heutige Material ist anders genarbt und robuster als das Original. Aber es gefiel unserem Kunden nicht. Also haben wir eigens für dieses Projekt einen optisch identischen Bezug anfertigen lassen. An dessen Verarbeitung, also das Kleben und Nähen, mussten sich unsere Experten trotz jahrzehntelanger Berufserfahrung erst herantasten“, so Makrutzki.

Vorteil: Für den nächsten 911 Targa Softwindow liegt der passende, zeitgenössische Targadach-Bezug nun bereits auf Lager.

Einen besonderen Wunsch hatte der Auftraggeber auch bei der Beschichtung von Fahrwerksteilen, Motorverblechung und der Luftfilteranlage seines Porsche 911 S Targa: Statt der heute üblichen, besonders robusten Pulverbeschichtung entschied er sich zugunsten absoluter Originalität für eine Lackierung mit einem Zwei-Komponenten-Lack in Schwarz – entsprechend dem Auslieferungszustand von 1967.

Porsche 911 S Targa
Porsche 911 S Targa nach der Porsche Werks-Restaurierung

Einen besonderen Wunsch hatte der Auftraggeber auch bei der Beschichtung von Fahrwerksteilen, Motorverblechung und der Luftfilteranlage: Statt der heute üblichen, besonders robusten Pulverbeschichtung entschied er sich zugunsten absoluter Originalität für eine Lackierung mit einem Zwei-Komponenten-Lack in Schwarz – entsprechend dem Auslieferungszustand von 1967.

Nach rund 1.000 Stunden Arbeit an der Karosserie wurde der Porsche 911 S Targa wie vor seiner Auslieferung vor über 50 Jahren von Hand lackiert – in Polorot.

Weil der Besitzer den Sportwagen nicht nur sammeln, sondern auch fahren möchte, entschied er sich für eine auflackierte Lackschutzfolie mit leichter Mattierung.

Diese Technologie kommt ohne Klebstoff aus und lässt sich somit auch nach Jahren rückstandlos entfernen.

Insgesamt dauerte es mehr als drei Jahre, bis der erste in Deutschland ausgelieferte Porsche 911 S Targa mit dem Knowhow des Herstellers wieder in einen neuwertigen Zustand zurückversetzt wurde – charmante Patina inklusive.

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Das nächste Projekt des Targa-Besitzers und leidenschaftlichen Porsche Sammlers steht bereits in der Porsche Classic Werkstatt und wartet auf seinen Wiederaufbau – ein sehr früher 928. (Fotos: Porsche)

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