Brixton Crossfire 125 XS

Got balls? Brixton Crossfire 125 XS

Die Brixton Crossfire 125 XS ist nichts für Männer ohne Eier. Wer dieses brutale Gerät vor der Eisdiele parkt hat mindestens so viel Selbstbewusstsein wie unser hysterischer mimimi-Kalle „Gesundheits-Experte“, (Stoff-)Fliegen in seinem doppelstöckigen Sockenfach.

Also würde die Brixton Crossfire 125 XS gut zum Kalle passen. Denn wer so viel S… am Tag erzählt, der muss schon ne dicke Hose haben. Von was auch immer!

So und jetzt mal im Ernst: Die Brixton Crossfire 125 XS ist – neben der Crossfire 500 – ein weiteres Modell des österreichischen Importeurs KSR. Charakteristisch für die beiden Crossfire-Typen ist – bei aller Unterschiedlichkeit – der Tank mit X-förmig ausgestülpter Flanke.

Den Buchstaben, der sich ja auch in der Mitte des Markennamens findet, zelebriert Brixton gleich mehrfach auf der kleinen XS und deutet ihn als eine Art Kompass bzw. Kreuz für alle Himmelsrichtungen, und das wiederum dürfen wir als Symbol für die viel beschworene „Freiheit auf zwei Rädern“ interpretieren.

Brixton Crossfire 125 XS
Brixton Crossfire 125 XS

Die möchte man dem österreichischen Minibike aus chinesischer Fertigung auf den ersten Blick nicht unbedingt andichten, ist das Motorrad doch kleiner als ein Fahrrad. Doch der Eindruck täuscht.

Die Brixton Crossfire 125 XS kommt im klassischen Endurogewand daher und macht so schon einmal dem Himmelrsrichtungskreuz alle Ehre. Der vordere Kotflügel und der Auspuff sind stilecht hochgezogen, die kleinen Zwölf-Zoll-Räder in den Formaten 120/70 und 130/70 grobstollig profiliert und die Lenkerquerstange mit einem Polster entschärft. Das gefällt auf Anhieb und lässt die Miniatur-Statur ein wenig vergessen.

Erfahrene Minibiker wissen, dass Monkey und Co. durchaus mehr als nur reine Spaßgeräte sind und nicht nur fürs Wohnmobil oder Motorboot taugen. Neulinge stellen schnell überrascht fest, dass die Ergonomie auf der geschrumpften Brixton durchaus passt (das gilt selbst für 1,95-Meter-Hünen). Dennoch wünschte man sich die Sitzbank etwas breiter, vor allem aber dicker gepolstert.

Brixton Crossfire 125 XS
Brixton Crossfire 125 XS

Noch überraschender ist allerdings, wie gut sich im XS-Format fahren lässt. Der kleine und luftgekühlte Einzylinder schlägt sich recht wacker, muckt nur kurze Zeit bei Schiebebetrieb in kaltem Zustand und klingt gehaltvoller als so manch andere 125er.

Er liefert ab 4000 Touren spürbaren Schub und schnurrt bei 5000 Umdrehungen und Tempo 53 im letzten Gang wie ein Kätzchen.

Die Schaltung arbeitet mit deutlichem Klacken, nur der Leerlauf verlangt einen etwas sensibleren Fuß. Zwischen 6000 und 8000 auf dem Drehzahlmesser fühlt sich die kleine Crossfire am wohlsten, die am Ende elf PS bei 8500 U/min mobilisiert. Das reicht für gut 95 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Triebwerk erstaunt zudem durch seine recht starke Motorbremse.

Das digitale Mäusekino im anlogen Drehzahlmesser beschränkt sich auf das Nötigste: Geschwindigkeits- und Tankanzeige, Gesamtkilometer und ein „N“ für den Leerlauf – das muss reichen. Das Elf-Liter-Spritfass schlägt dagegen so manchen Peanut-Tank von Harley. Das reicht für 160 Kilometer und mehr.

Die Spiegelausleger stehen allerdings viel zu steil respektive sind zu kurz, um tatsächlich das rückwärtige Verkehrsgeschehen im Auge zu behalten. Einem Sozius möchte wiederum man die kurze Bank nicht zumuten, die Haltegriffe für ihn sind aber willkommene Hebepunkte, um mal eben das Heck der 111 Kilogramm leichten Brixton im Stand herumzuwuchten statt umständlich zu rangieren.

Brixton Crossfire 125 XS
Brixton Crossfire 125 XS

Die Brixton Crossfire 125 XS ist eine minimalistische Fahrmaschine – so minimalistisch, dass wir einmal tatsächlich ohne Helm losfahren wollten. Lenker, Tank, Sitzbank, Motor und Reifen, mehr braucht es nicht. Klein bedeutet vor allem wendig.

So nimmt die XS mühelos enge Radien und schlängelt sich ebenso unkompliziert durch den zähen großstädtischen Verkehrsfluss. Gut vorstellen kann man sich auch, mit der kleinen Brixton und abgespreizten Beinen durch den Schnee zu pflügen. Und irgendwie schleicht sich seltsamerweise auch noch der Customizing-Gedanke in die Betrachtung der kleinen Maschine.

Keine Frage, Mini-Bike-Novizen werden überrascht sein, wie gut es sich auch in Motorradgröße XS fahren lässt. Angesichts des kleinen Preises für die Kleine lockt der Gedanke an eine Vergrößerung des eigenen Zweirad-Fuhrparks. Für das Geld gibt es anderswo nicht einmal ein Pedelec.

Also Karl L., hol dir deine Brixton Crossfire 125 XS und reite damit in den Sonnenuntergang. Am liebsten am anderen Ende der Welt. Obwohl. Schade wärs schon. Um die kleine Crossfire… (we/aum/jri)(Foto: Autoren-Union Mobilität/Tom Beelte)

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Daten Brixton Crossfire 125 XS

Antrieb: 1-Zyl., 124,7 ccm, wassergekühlt, Kette, 5 Gänge
Leistung: 8,2 kW / 11 PS bei 8500 U/min
Max. Drehmoment: 9,6 Nm bei 6500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 95 km/h
Tankinhalt: 11 Liter
Sitzhöhe: 760 mm
Gewicht: 111 kg (fahrbereit)
Normverbrauch: 2,4 l/100 km
CO2-Ausstoß: 55 g/km
Preis: 2199 Euro